Lerchenfeld lebt

Die Thuner stemmen sich gegen den Abstieg. Nächste Woche kommts zum Direktduell gegen Prishtina.

Melvin Sarbach (li.) brachte Lerchenfeld in Führung.

Melvin Sarbach (li.) brachte Lerchenfeld in Führung.

(Bild: Daniel Teuscher)

Adrian Lüpold

Die 66. Minute läuft, als Bruno Feller seinen Akteuren von der Seitenlinie aus Mut zuspricht. «Kommt, wir probieren es immer weiter. Einfach dranbleiben jetzt», ruft er in bestimmtem Ton auf das Spielfeld.

Der erfahrene Trainer des FC Lerchenfeld weiss zu jenem Zeitpunkt und beim Spielstand von nur 0:0 zu gut, dass ein Remis im Heimspiel der 2. Liga interregional gegen Tavannes/Tramelan im Abstiegskampf eigentlich zu wenig ist.

Sarbachs Volleyschuss

Nur 6 Minuten später segelt eine Flanke in den Strafraum der Bernjurassier. Lerchenfeld-Stürmer Melvin Sarbach stiehlt sich im Rücken der Verteidigung davon, fixiert den Ball, nimmt ihn mit vollem Risiko volley und trifft zur umjubelten 1:0-Führung für die Thuner.

Der Damm ist gebrochen; mit seinem siebten Saisontreffer erlöst Sarbach seine Mannschaft und bringt sie endlich auf die Siegerstrasse. Es ist der mehr als verdiente Lohn für keine überragende, aber doch sehr leidenschaftlich geführte Begegnung der Berner Oberländer.

Schon zu Beginn des Spiels hatte der FCL jenen Willen und Biss gezeigt, den es im Abstiegskampf dringend braucht. Bereits nach 4 Minuten hätte Lerchenfeld nach einem Foul an Sarbach einen Elfmeter erhalten können.

In der 18. Minute tropfte ein abgelenkter Weitschuss von Patrick Gerber an die Latte; nach 21 Minuten traf Florian Dushica nach einem Corner das halbleere Tor nicht, und kurz vor der Pause fehlte bei Gerbers Abschluss ebenfalls nur wenig.

Lerchenfelds Führung nach Sarbachs Kunststück war also mehr als verdient. Und der schnelle Flügelspieler Silvio Fuchs setzte in der 77. Minute sogar noch einen obendrauf. Auch er traf per Direktabnahme zum 2:0 – es war die Entscheidung zugunsten des FC Lerchenfeld.

Showdown gegen Prishtina

Drei Runden vor Ende der Meisterschaft hat der FC Lerchenfeld den Anschluss zum rettenden Ufer somit wiederhergestellt. Nur noch einen Punkt Rückstand weisen die Thuner nach ihrem überzeugenden Sieg auf den FC Prishtina auf, der sein Spiel in Allschwil 2:5 verlor.

Damit kommt es nächsten Samstag auf der Bodenweid in Bümpliz (Anpfiff: 19 Uhr) zum ultimativen Showdown zwischen den zwei Vertretern aus dem Kanton Bern. Gewinnt das Migrantenteam Prishtina, dürfte es um den FC Lerchenfeld geschehen und der Abstieg in die regionale 2. Liga fast nicht mehr abzuwenden sein. S

Setzen sich aber die Berner Oberländer durch, können sie den Klassenerhalt wieder aus eigener Kraft bewerkstelligen. «Jetzt haben wir es wieder in den eigenen Füssen. Wir werden alles probieren, um in der Liga zu bleiben», sagt Coach Feller.

Thuner Tagblatt

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