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Kriminaltourist aus Moldau verurteilt

Ein Moldauer wurde am Mittwoch wegen banden- und gewerbsmässigen Diebstahls zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt. Er muss zurück in die Auslieferungshaft.

Ein 19-jähriger Moldauer war mit einem zuvor geklauten Auto verunfallt. Nun stand er vor Gericht; die Anklageschrift war lang.
Ein 19-jähriger Moldauer war mit einem zuvor geklauten Auto verunfallt. Nun stand er vor Gericht; die Anklageschrift war lang.
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Acht Straftatbestände umfasst die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, gegen einen 19-jährigen Moldauer. Darunter figurieren 14 Diebstähle, gewerbs- und teilweise bandenmässig begangen. Damit einher gingen neun mehrfach vorsätzlich und teilweise qualifiziert begangene Sachbeschädigungen. Hinzu kommen gleich viele Fälle von Hausfriedensbruch.

Auto zu Schrott gefahren?

Der Beschuldigte war von Januar 2015 bis Oktober 2016 jeweils mit einem oder zwei Mittätern auf Diebestour unterwegs. Damit nicht genug: Weil der Beschuldigte ein verfolgendes Patrouillenfahrzeug der Polizei habe abhängen wollen, soll er bei der Autobahnausfahrt Bern-Ostring mit massiv überhöhter Geschwindigkeit die Herrschaft über das Fahrzeug verloren haben.

Der Beifahrer, ein Mittäter, wurde verletzt, das zuvor entwendete Auto erlitt Totalschaden. So wenigstens steht es in der Anklageschrift.

Bei der Befragung durch Gerichtspräsidentin Natalie Fritz gab der Moldauer nur einige der ihm zur Last gelegten Straftatbestände zu. Er will nicht bei allen ihm vorgeworfenen Diebstählen dabei gewesen sein. Auch bestritt er, das verunglückte Auto gelenkt zu haben.

Der amtliche Verteidiger forderte in einigen Diebstahlfällen und auch in Bezug auf die Verkehrsdelikte Freisprüche. Für die anerkannten Delikte beantragte er eine bedingte Freiheitsstrafe von 6 Monaten unter Anrechnung der Auslieferungs- und Untersuchungshaft. Weil der Beschuldigte seit dem 22. Dezember 2016 im Gefängnis sitzt, verlangte der Verteidiger zudem eine Entschädigung wegen Überhaft.

«Wusste nicht, was ich tat»

Staatsanwalt Sandro Thomann sah in seinem Plädoyer alle in der Anklageschrift aufgeführten Straftatbestände als erfüllt an. Die Aussage des Mittäters, dass bei der Unglücksfahrt der Beschuldigte und nicht jemand anders der Lenker gewesen sei, taxierte er als glaubwürdig ein.

«Der Schaden, den ich angerichtet habe, tut mir leid. Ich war offenbar zu jung, um zu wissen, was ich getan habe.»

19-jähriger Angeklagter

Er beantragte eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie eine Busse. «Der Schaden, den ich angerichtet habe, tut mir leid. Ich war offenbar zu jung, um zu wissen, was ich getan habe», sagte der Moldauer in seinem letzten Wort. Die Deliktssumme (inkl. Sachschaden) in den von ihm anerkannten Fällen beläuft sich auf rund 47'000 Franken.

Beweise fehlen

«Es gibt keine objektiven Beweise, dass sich der Moldauer im Zeitpunkt der Unglücksfahrt, das heisst im Januar 2015, in der Schweiz aufgehalten hat», sagte die Einzelrichterin, und auf die belastenden Aussagen eines Mittäters könne sie nicht abstellen. Deshalb erfolgte in Bezug auf die Verkehrsdelikte ein Freispruch.

Einen Schuldspruch fällte sie in den vom Beschuldigten gestandenen Delikten. Wegen banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs verurteilte sie ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten bei einer Probezeit von drei Jahren.

Die Auslieferungs- und U-Haft von 358 Tagen wird angerechnet. Ihm werden zudem die hälftigen Verfahrenskosten, ausmachend rund 11 000 Franken, überbunden. Er geht in die Auslieferungshaft zurück. Einige Ansprüche der sechs Privatkläger wurden anerkannt, andere abgewiesen.

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