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Komplexes Konstrukt mit vielen Firmen

Die Dinett Holding AG hat eine Vielzahl an Tochtergesellschaften. Am Sitz an der Sigris­wilstrasse 15 in Gunten sind über 20 Firmen domiziliert.

Grafik sas / Quelle Dinett-Gruppe

Am Anfang war eine bestechende Idee: Aus Plastik sollte Öl gewonnen werden. Mit dem Profit wollten die Verantwortlichen der ­Dinett Holding AG mehrere Bauprojekte im Bereich Alterswohnen finanzieren. Die Investoren standen Schlange. Nach der ersten Euphorie geriet aber Sand ins Getriebe. Der Oberhofner Geschäftsmann Laurent Helfrich, der Motor bei der Dinett Holding AG, überwarf sich mit den Entwicklern der Technologie. Es kam zum Bruch, und damit fehlten die Einkünfte für die Bauprojekte.

Anstatt die Landstücke – unter anderem in Gunten, Kandersteg, Interlaken oder Oberwangen – zu verkaufen, versuchte Helfrich ­anderweitig Geld aufzutreiben. Trotzdem ging auf den Baustellen jahrelang nichts. Mehrfach kam es zu Gerichtsterminen. Im Spätherbst 2014 stand die Dinett Holding AG bereits vor dem Konkurs. Nur dank dem Entscheid der AEK Bank 1826, die Kredite zu erneuern, konnte es vorläufig weitergehen.

Die finanzielle Lage blieb angespannt. Erst kurz vor Ablauf der Baubewilligungen begann die Rivierabau AG, eine der Dinett- Töchter, mit dem Bau in Gunten und Kandersteg. «Die Vorhaben waren interessant», sagt Beat Mani, der vor rund zwei Jahren im Verwaltungsrat der Rivierabau AG Einsitz nahm. Ihm wurde aber bald einmal klar, dass man sich mit den verschiedenen Projekten verzettelte.

Er versuchte deshalb Laurent Helfrich und Antoine Bonvin, den VR-Präsidenten der Dinett Holding AG, davon zu überzeugen, einzelne Parzellen zu verkaufen. «Das kam nicht gut an», sagt Mani. Die Fronten verhärteten sich danach zusehends. Misstrauen bestimmte die Geschäftsbeziehung fortan.

Nur die Spitze des Eisbergs

Mit dem Konkurs der Dinett Holding AG, der Rivierabau AG und deren Töchter, Büelbad Kandersteg AG und Tschingelbau AG, ist das Ende der Fahnenstange kaum erreicht. Im Mai war bereits die Diesoil Engineering AG in Konkurs gegangen. Weitere Firmen des komplexen Konstrukts der Dinett-Gruppe werden folgen. Im Amtsblatt des Kantons Bern sind nicht weniger als elf Tochterfirmen aufgeführt. Gläubiger machen dabei mit einem Rechtsöffnungsgesuch Druck.

Eine der prominentesten Gesellschaften, die sich im Besitz der Dinett Holding AG befindet, ist die CIS Solothurn AG. Ihr gehört das CIS-Sportcenter in Solothurn. Seit die Dinett Holding AG dort das Zepter übernahm, hat das Center immer wieder negative Presse. So wurde ein dringend notwendiges Sanierungs- und Ausbauprojekt wegen Geldmangels abrupt gestoppt, die Geschäftsführung wechselte mehrfach. Kanton und Stadt als Hauptmieter sind längst alarmiert.

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