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Kleiner Wasserzauber soll Stadtrat überzeugen

Das umstrittene Projekt Wasserzauber kommt in abgespeckter Version erneut vor den Thuner Stadtrat. Die erste Ausgabe soll bereits diesen Herbst durchgeführt werden, sagt Stefan Otziger vom Wirtschaftsraum Thun.

Janine Zürcher
Eines der möglichen Vorbilder für den Thuner Wasserzauber: Die Show im österreichischen Kaprun. Bild: PD/Christian Mairitsch
Eines der möglichen Vorbilder für den Thuner Wasserzauber: Die Show im österreichischen Kaprun. Bild: PD/Christian Mairitsch

«Alles neu macht der Mai», besagt das Volkslied. Das ist auch im Fall des Thuner Wasserzaubers so – zumindest, wenn der Thuner Stadtrat dem Projekt eine zweite Chance gibt. Doch von vorne. Ende November letzten Jahres kündigte der Gemeinderat eine neue Show mit Licht, Ton und Wasser an, die bereits im Spätsommer 2020 an die 100'000 Schaulustige an den Aarequai locken sollte.

Das Ziel: den Standort Thun als Stadt am Wasser zu stärken. Initiiert hatte das Projekt der Wirtschaftsraum Thun (WRT), als Organisator ist die Thuner Agentur Cosmos Event GmbH engagiert. Doch dann stand das Projekt vor dem Aus, bevor es überhaupt begonnen hatte. Der Stadtrat hatte im Dezember über einen Kredit in der Höhe von 150'000 Franken zur Unterstützung des Projekts zu bestimmen – wies das Geschäft aber zur Überarbeitung an den Gemeinderat zurück (siehe Kasten am Textende).

«Da haben wir uns gefragt, ob wir das Projekt weiterverfolgen sollen», sagt WRT-Geschäftsführer Stefan Otziger. «Es war klar, dass wir alle Punkte, die die Kritiker des Projekts geäussert hatten, in die weitere Planung einbeziehen wollten», sagt Otziger. «Anders hätte das Projekt von vornherein keine Chance.»

Installation statt Event

Die Verantwortlichen entschieden sich dazu, das Projekt neu anzugehen – und zwar mit dem Ziel, die erste Ausgabe noch dieses Jahr durchzuführen. Aktuell ist die Detailplanung der Version 2.0 des Wasserzaubers im Gange. «Das neue Konzept sieht vor, aus dem Wasserzauber nicht mehr einen Event, sondern eine Installation zu machen», erklärt Otziger, «vergleichbar mit dem Riesenrad: Es steht da und kann genutzt werden – oder nicht.» Die Show wird nicht mehr im Aarebecken auf der Höhe des Restaurants Dampfschiff, sondern zwischen Göttibachsteg und Sinnebrücke zu sehen sein.

«Das ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern, von vier Seiten auf die Installation zu blicken.» Das Verweilen am Ort stehe dabei – anders als in der ersten Version – nicht mehr im Vordergrund. Der ursprünglich geplante Gastrobereich mit Lounge entlang des Aarequais fällt weg, einige kleinere Verpflegungsstände solle es aber geben, sagt Otziger. «Wir erhoffen uns auch, dass es die Besucher nach der Show noch in die Innenstadt zieht.»

Da der Anlass nicht mehr darauf abzielt, Besucherinnen und Besucher möglichst lange am Ort zu halten, sei auch eine Durchführung in der kühleren Jahreszeit möglich. Statt im August und September soll der Thuner Wasserzauber nun im Oktober und November stattfinden. «So überschneidet er sich nicht mehr mit anderen Anlässen wie den Thunerseespielen, dem Stadtlauf oder dem Thunfest», sagt Otziger.

Auch dies war von den Kritikern bemängelt worden. Ausserdem wird der Anlass statt der ursprünglichen sieben nur noch fünf Wochen dauern. «Es wird weiterhin zwei Vorführungen à 15 Minuten pro Abend geben, jeweils nach Einbruch der Dunkelheit – was im Oktober natürlich früher ist als im August.»

Kritiker des Projekts hatten weiter ein starkes Verkehrsaufkommen vor allem auf der Hofstettenstrasse befürchtet. Dieser Punkt falle mit dem neuen Durchführungsort weg, sagt Otziger. «Wir gehen ausserdem nach wie vor davon aus, dass viele Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen werden.» Auch würden sich die Zuschauermengen besser auf die beiden Shows pro Abend verteilen, da diese in der Version 2.0 zeitlich weiter auseinanderliegen werden als im ersten Projekt: «Das kommt der Verkehrssituation ebenfalls zugute.»

Trotzdem 100'000 Besucher

An Ausstrahlung solle der Anlass trotz aller Veränderungen nicht einbüssen, sagt Stefan Otziger. «Der Thuner Wasserzauber bleibt etwas Einmaliges, etwas, das es so noch nicht gibt.» Der WRT rechnet weiterhin mit etwa 100'000 Besuchern. Rund eine Million Franken Wertschöpfung soll der Anlass generieren.

Aus dem Entscheid des Stadtrats hätten die Initianten eine Lehre gezogen: «Wir wollten im Dezember erst die Finanzierung absegnen lassen und anschliessend in die Detailplanung gehen», erklärt Otziger. «Nun haben wir den Ablauf umgedreht – erst wird alles geplant, bevor wir dem Parlament das Geschäft ein zweites Mal unterbreiten.»

Aktuell werden Leiste, Anwohner und Parteien über die Neuausrichtung des Projekts informiert. In den Stadtrat soll das redimensionierte Projekt frühestens am 7. Mai kommen. Der Kredit für die neue Wasserzauber-Version, den es zu genehmigen gelten wird, beträgt laut Stefan Otziger noch 100'000 Franken.

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