Kind starb in den Flammen

Steffisburg

In der Nacht auf Sonntag ist in einem Mehrfamilienhaus in Steffisburg ein Feuer ausgebrochen. Ein Kind konnte nur noch leblos geborgen werden, zwei Personen mussten ins Spital.

  • loading indicator

Etwa um 3.30 Uhr am frühen Sonntagmorgen erhielt die Kantonspolizei Bern die Meldung über den Brand in einem Mehrfamilienhaus im Steffisburger Flühliquartier. «Wir boten sofort die Feuerwehr Steffisburg Regio auf», schilderte Mediensprecherin Letizia Paladino auf Anfrage das weitere Vorgehen. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand das Gebäude bereits in Vollbrand, es schlugen Flammen aus den Fenstern, und es war starker Rauch sichtbar.

Die Feuerwehr Steffisburg Regio stand in den frühen Morgenstunden mit 40 Leuten im Einsatz. (Video: Tamedia/Leserreporter)

«Anwesende Personen meldeten den Einsatzkräften, dass noch eine Person vermisst werde. Umgehend nahmen die Feuerwehrmänner die Löscharbeiten auf, ein Betreten des Gebäudes war zunächst aus Sicherheitsgründen jedoch nicht möglich», schreiben Kantonspolizei und regionale Staatsanwaltschaft Oberland in ihrer Medienmitteilung.

Die Feuerwehrleute brachten den Brand zwar rasch unter Kontrolle, konnten aber ein Kind nur noch leblos aus dem Brandobjekt bergen. «Aktuell ist davon auszugehen, dass es sich dabei um die als zuvor vermisst gemeldete minderjährige Person handelt. Das verstorbene Kind ist formell noch nicht identifiziert, es bestehen jedoch konkrete Hinweise auf seine Identität», heisst es weiter.

Gebrannt wie Zunder

Mehrere weitere Personen, die sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs noch im Innern des Gebäudes aufgehalten hatten, konnten sich selbstständig ins Freie begeben. Zwei Personen wurden zur Kontrolle in Spitalpflege gebracht. Das Haus ist aufgrund des Brandes nicht mehr bewohnbar. Während des Einsatzes mussten mehrere Strassen rund um den Brandort gesperrt werden.

Beim zerstörten Haus handelt es sich um ein rund 200-jähriges, umgebautes Bauernhaus, wie ein Anwohner (Name der Redaktion bekannt) erklärte. Die Besitzerfamilie mit ihren beiden Kindern (11- und 13-jährig) habe die beiden unteren Stockwerke bewohnt und den Rest des Hauses vermietet. «Als wir etwa um 3.50 Uhr erwachten, schlugen die Flammen sicher sechs Meter hoch in den Himmel», sagte der Zeuge des Geschehens weiter. Das Holzhaus habe gebrannt wie Zunder. «Die Feuerwehr bekämpfte den Brand unter anderem von einer Autodrehleiter aus. Als wir dachten, dass sie das Feuer unter Kontrolle hätten, geriet der Ökonomieteil in Brand.»

Grosse Betroffenheit

Beim verstorbenen Kind handle es sich um den 11-jährigen Sohn der Besitzer, sagte der Anwohner weiter. «Ich kannte ihn, seit er ein Baby war», sagte der hörbar erschütterte Anwohner am Telefon. «Beinahe jeden Tag sah ich ihn mit seinem Trottinett an unserem Haus vorbeifahren.» Im Einsatz standen neben der Kantonspolizei Bern die Feuerwehr Steffisburg Regio mit insgesamt 40 Angehörigen, drei Ambulanzteams und das Careteam des Kantons Bern. Ermittlungen zur Klärung der Umstände und der Brandursache wurden aufgenommen.

«Ich kannte ihn, seit er ein Baby war. Beinahe jeden Tag sah ich ihn mit seinem Trottinett an unserem Haus vorbeifahren.»Anwohner

Steffisburgs Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) sprach von einem «Schicksalsschlag», den die Familie erlitten habe. Weitere Auskünfte durfte er ebenso wenig geben wie das Kommando der Feuerwehr Steffisburg Regio. «Es wurde eine Sprachregelung getroffen, wonach nur Polizei und Staatsanwalt zu diesem Vorfall informieren», erklärte Marti.

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt