Zum Hauptinhalt springen

Kaya Yanars prasselnde Pointenparade

Nach grossem Erfolg im letzten Jahr ist Kaya Yanar zum zweiten Mal mit dem Programm «Reiz der Schweiz» auf Tour. Vor ausverkauftem Schadausaal im KKThun scheuchte der Komiker sein Publikum von einem Lachanfall in den nächsten.

Zog alle Register: Kaya Yanar im KKThun.
Zog alle Register: Kaya Yanar im KKThun.
Manuel Lopez

«Was ist Aromat? Ein Wasch- oder ein Suchtmittel? Schnupft ihr das? Warum sind im Nüsslersalat keine Nüsse drin? Warum habt ihr Toblerone erfunden? Die tut doch weh beim Essen!» Seit fünf Jahren lebt Kaya Yanar in der Schweiz und entwickelte mit Röntgenblick für seine neue Heimat das Programm «Reiz der Schweiz». Er habe eine Schweizer Freundin. Das Publikum reagiert mit kollektivem «Yeah!» Sie käme aus Zürich. Der Saal ruft «Buuuuh».

Er wisse ja, dass Schweizer nicht gerne hören, dass sie putzig sind. «Aber ihr verniedlicht die deutsche Sprache auf die Grösse des Landes, oder geht bei entlehnten Wörtern mit dem helvetischen Dampfhammer drüber. Dann heisst ein Elfmeter Penalty oder ein Kamin wird zum Schminee.» Bei einer Wohnungsbesichtigung habe seine Freundin ausgerufen: «Sogar mit Schminee!» Er habe befürchtet, es habe Schimmel an den Wänden . . . Kaya Yanar wundert sich über B-Post und ruft erstaunt: «Hey, wer hat denn Interesse an einer langsamen Post? Ist die für Herzkranke?»

Rückwärts einparken mit 12o km/h

Ein junger Typ in der achten Reihe bekommt Lachschnappatmung wegen der prasselnden Pointenparade. Schnell wie eine Flipperkugel touchiert der Stand-up-Profi zahllose Schweizer Eigenheiten, und sein Publikum vom Kind bis zum Greis prustet vor Lachen. Was ihm gar nicht gefällt, ist das Tempolimit von 120 km/h hierzulande. «In Deutschland parken wir bei 120 rückwärts ein.» Dafür seien die Elektrozäune um Kuhweiden viel stärker als in seiner Heimat. Auf einem Spaziergang mit seiner Freundin habe er mal einen angefasst, was ihn in die Knie zwang und seine Freundin irrtümlich für einen Heiratsantrag hielt.

Schweiz als gallisches Dorf

Der zürcherische «Güsel» heisst türkisch «schön» – «und wie heisst das in Thun?» Das Publikum ruft: «Ghüder» – Deutschtürke Yanar lächelt: «Tönt auch türkisch!» In der Yogastunde verwandelt er sich ermutigt von den indischen Begriffen in seine Kunstfigur Ranjid, legt einen Bollywooddance hin und kichert mit Blick auf seinen Unterleib beim Wort «Wurzel­chakra». «Hör uuf!» seien die häufigsten Worte seiner Partnerin. «Ihr kommt mir vor wie das gallische Dorf im römischen Reich. Würde man Europa mit einer Lupe betrachten, sähe man einen Schweizer, der den Mittelfinger ausstreckt.» Dazu würde die Hymne gesungen: «Wir machen nicht mit.»

Kaya Yanar schafft es von der ersten Sekunde an, eine familiäre, umarmende Atmosphäre zu zaubern – ob für 750 oder 7500 Menschen. Der Charmebolzen kugelt verbal über die Bühne wie ein Hundewelpe. Oh Wunder, nach der zweistündigen Soloshow findet der Comedian sich gut gelaunt und entspannt im Foyer des KKThun ein, schneidet für Selfies mit seinen Fans amüsante Grimassen und verteilt Autogramme.

Zusatztermin für «Reiz der Schweiz» von Kaya Yanar: 2. März, 20 Uhr, KKThun.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch