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Kadett von der Schule verwiesen

Weil ein Vater seinen Sohn nicht in den Kadettenunterricht schickte, wurde Letzterer von der Schule verwiesen.

Vor 100 Jahren wurde ein Knabe vom Progymnasium verwiesen, weil er nicht an den Übungen der Kadetten teilgenommen hatte.
Vor 100 Jahren wurde ein Knabe vom Progymnasium verwiesen, weil er nicht an den Übungen der Kadetten teilgenommen hatte.
Ulrich Krummenacher

«Die Progymnasiumschulkommission Thun hat ein Kind aus der Schule ausgewiesen, weil sein Vater statt des Kadettenunterrichts für den Knaben in dessen freier Zeit anderweitige Beschäftigung hatte», hiess es am 11. Oktober im «Tagblatt der Stadt Thun».

Im Artikel wurde dann eine Lanze für den Knaben gebrochen: Man treffe damit nicht den Vater, sondern den Knaben, dem der Unterricht zukommen solle und den dieser für seine glückliche Zukunft benötigte.

Der Rekurs sei hängig, doch um das Kind in seinem Lernen nicht zurückzustellen, werde die Schulkommission öffentlich und freundlich gebeten, den Schulbesuch, wenigstens provisorisch bis zur Erledigung des Rekurses, zu gestatten. Der obligatorische Beitritt zu den Kadetten für Schüler des Progymnasiums wurde 1973 abgeschafft.

Was vor 100 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

1.10.1917 Auf Monatsbeginn ist in Thun ein Arbeitersekretariat eröffnet worden. Als Arbeitersekretär wurde Gemeinderat Bucher gewählt.

2.10.1917 Die ausserordentliche Einwohnergemeindeversammlung wurde von 450 Mann besucht. Die neue Besoldungs- und Lohnordnung wurde genehmigt.

4.10.1917 Die gesamte Lebensmittelkommission hat wegen Differenzen mit dem Gemeinderat demissioniert.

10.10.1917 Der Gemeinderat empfiehlt eine neue Salzverkaufsstelle (Salzbütte) für das Gebiet Seefeld an der Frutigstrasse.

10.10.1917 Auf Antrag des Verkehrsvereins Thun wurde vom Gemeinderat beschlossen, eine öffentliche Telefonsprechstation im Postbüro Goldiwil zulasten der Gemeinde Thun zu errichten.

12.10.1917 Nach einem Raufhandel im Lerchenfeld, bei dem auch ein Messer eingesetzt worden war, starb ein Mann nach einem Schlaganfall.

15.10.1917 Der 21-jährige Eduard Brodbeck, angestellt bei den Licht- und Wasserwerken, ist während eines Dienstganges an der Länggasse tödlich verunfallt.

17.10.1917 Der Gemeinderat hat den Gaspreis von 24 Cts. auf 32 Cts. pro Kubik wegen dreifach gestiegener Kohlenpreise erhöht.

Quelle: Stadtarchiv Thun.

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