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Jacobsens Vermächtnis ist farbig und reich an Gedankengut

Knud Jacobsen verstarb Anfang Juli 91-jährig. Er hinterlässt gerade in Thun viele Spuren.

Maler Knud Jacobsen wurde 91-jährig.
Maler Knud Jacobsen wurde 91-jährig.
Archiv/Kerem S. Maurer

Der am 9. Juli im Alter von 91 Jahren verstorbene Thuner Maler Knud Jacobsen hinterlässt ein umfangreiches künstlerisches Werk, geprägt durch seine Persönlichkeit, seine Lebensbetrachtung, sein Gedankengut. Was er malte, war voller Lebenserfahrung und Philosophie.

Überall in Thun hinterliess Knud Jacobsen unverkennbare Spuren: Malereien, Zeichnungen, Wandbilder – etwa im Bärensaal oder der Johanneskirche, die Glasfenster im Krematorium, Holzschnitte und Plastiken. Er schaute genau hin und setzte um, was im flüchtigen Alltag kaum Beachtung fand. So lernten manche, die sich mit seinem Werk auseinandersetzten, Stimmungen nachzuempfinden oder Lebensgeschichten von Jacobsen porträtierter Menschen zu hinterfragen.

Ein Leitspruch des dänischen Theologen und Philosophen Søren Kierkegaard beschäftigte Knud Jacobsen immer wieder: «Die Tragik des Lebens liegt darin, dass es vorwärts gelebt, aber rückwärts verstanden wird.» Er schrieb aber auch eigene Gedanken auf: «Chaos und Ordnung zu vereinen, ist wie Gefühl und Verstand nicht als Gegensätze zu verstehen.»

Bedeutung als Maler

Schon im Vorschulalter begann Knud Jacobsen, seine Gefühlswelt und die Erlebnisse mit Kreide und Stift festzuhalten. Nach umfangreichen Lehrjahren und Schulen als Keramikmaler, Grafiker und Kunstmaler konnte er 1955 sein eigenes Atelier in Thun beziehen und arbeitete von da an als Maler und Grafiker. Bereits 1958 hielt er einer sehr strengen Jury stand und durfte an der 9. Schweizerischen Ausstellung «Alpine Kunst» in St. Gallen ausstellen, wo er sich auf nationaler Ebene messen konnte.

Sehr viel bedeutete Jacobsen die Mitgliedschaft in der GSMBA (Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten). Die Gesellschaft wurde sechs Jahre lang durch Ferdinand Hodler präsidiert und wies unter ihren etwas über 20 Mitgliedern renommierte Künstler wie Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Max von Mülenen, Ernst Morgenthaler, Fred Stauffer, Viktor Surbek, Marguerite Frey-Surbek und Roman Tschabold auf.

Eine grosse Ehre wurde Jacobsen schliesslich mit dem Kulturpreis der Stadt Thun zuteil, mit welchem 2012 sein Gesamtwerk geehrt wurde. Zitat Peter Wyss: «Ob er zeichnet, in Öl oder Aquarell malt oder Grafiken ausführt – stets sucht er nach dem Wesentlichen, nach Vollendung. Deshalb ist sein Lebenswerk eine künstlerisch-reife Einheit.»

Ein grosser Schatz an Gemälden von Knud Jacobsen, Bilder, die von Farbe und Lebenskraft strotzen, befinden sich in der Kunstsammlung des Ehepaars Hans und Marlis Suter sowie im Kunstmuseum Thun.

In Thun populär

Die Thuner kennen Jacobsen vor allem aus der Zeit, als er 35 Jahre lang das Gesslerbild der Thuner Kadetten malte und viele Thuner Aktivitäten illustrierte. Viele Bilder gibt es etwa vom Dampfschiff Blümlisalp und der Niesenbahn. Daneben hinterliess Jacobsen auch als Grafiker seine Handschrift.

Sein Schaffen war vorwiegend farbig, fröhlich, humorvoll. Doch gab es durchaus auch Melancholisches und immer wieder Einsamkeit. Viele Sujets schöpfte er aus der Provence, die er liebte. Er hatte ganz Europa bereist, doch zog es ihn immer wieder dahin, und wären nicht Bedenken wegen des herben Winters gewesen, hätten ihn die Thuner vielleicht an die Provence verloren.

Knud Jacobsen hinterlässt Lebensgefährtin Kathy Dietrich, die ihn 47 Jahre lang und bis zuletzt unterstützte, die Kinder Daniel, Thomas und Barbara sowie ein reiches künstlerisches Werk als Zeugnis eines intensiv reich gelebten Lebens.

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