Im Kirchbühl-Streit ist ein Ende in Sicht

Oberdiessbach

Seit bald 30 Jahren geht es zwischen den Bauherren der Kirchbühl-Überbauung in Oberdiessbach und deren Gegnern hin und her. Nun gewinnen Erstere erneut vor Bundesgericht. Das Ende der Geschichte?

Die Geschichte der Kirchbühl-Überbauung zieht sich seit bald 30 Jahren hin. (Archivbild/ Patric Spahni)

Die Geschichte der Kirchbühl-Überbauung zieht sich seit bald 30 Jahren hin. (Archivbild/ Patric Spahni)

Nachdem die Gegner der Kirchbühl-Überbauung im letzten September wieder einmal vor Verwaltungsgericht abgeblitzt waren, zogen sie ihr Anliegen anschliessend weiter bis vor Bundesgericht.

In diesem Fall ein fast schon altbekanntes Vorgehen: Die Beschwerdeführer, eine Erbengemeinschaft, wurden dort bereits zum dritten Mal in derselben Sache vorstellig. Doch auch dieses Mal erfolglos, wie die Gemeinde Oberdiessbach nun mitteilt: «Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 19. Juni zum dritten Mal die Rechtmässigkeit der Überbauung Kirchbühl bestätigt.»

«Offensichtlich unbegründet»

Nachdem das Projekt 2015, nach 23 Jahren Planung, in trockenen Tüchern geschienen hatte, entbrannte der Streit Anfang des letzten Jahres erneut. Die Bauherrin, die Feller Wyler Bau AG, hatte vor dem Baustart ein Gesuch um Verlängerung der Baubewilligung eingereicht.

Dagegen wurde beim Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland Einsprache erhoben. Derweil zog die Bauherrin das Gesuch zurück, da sie doch Ende Januar 2018 fristgerecht mit dem Bau beginnen konnte. Die Einsprache wurde somit hinfällig. Gleichzeitig verlangten jedoch die Gegner bei der Gemeinde Oberdiessbach den sofortigen Baustopp.

Nachdem schliesslich auch das Verwaltungsgericht diesem Begehren nicht stattgegeben hatte, wurden die Beschwerdeführer in Lausanne vorstellig und verlangten, das Urteil der Vor­instanz sei wegen Rechtsfehler aufzuheben. Das Bundesgericht habe die Anträge als offensichtlich unbegründet abgewiesen und den Beschwerdeführern die Gerichtskosten übertragen, so die Gemeinde weiter.

Erste Baufelder sind ausgehoben

Die Geschichte der Kirchbühl-Überbauung zieht sich seit bald 30 Jahren hin. 1992 schied die Gemeinde in der damaligen Ortsplanungsrevision das Kirchbühl als Zone mit Planungspflicht aus. Bald schon meldeten sich die ersten Kritiker, es wurden verschiedene Zufahrtsvarianten für das Areal diskutiert, darunter ein Tunnel.

2011 entschied das Bundesgericht zum ersten Mal für die Bauherrin Feller Wyler Bau AG, nachdem die Gegner – seit Beginn dieselben, früher noch in grösserer Zahl – die Überbauungsordnung, die die Detailerschliessung des Areals beinhaltet, bemängelt hatten. Die Baubewilligung wurde der Bauherrin Anfang 2015 erteilt. Dies, nachdem die Beteiligten zum zweiten Mal in Lausanne aufeinandergetroffen waren: Es war um eine Beschwerde zur Enteignung von Land für die Erschliessung der geplanten Überbauung gegangen. Das Bundesgericht hatte die Beschwerde abgewiesen.

Die Feller Wyler Bau AG hat unterdessen das Areal fertig erschlossen und die Baufelder für die ersten fünf Wohneinheiten ausgehoben. Geplant sind dreissig Wohneinheiten, unterteilt in achtzehn Terrassenwohnungen und sechs Doppeleinfamilienhäuser. Nach dem Verkauf an künftige Eigentümer werden die Bauarbeiten gemäss Mitteilung wieder aufgenommen.

Thuner Tagblatt

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