Ideenpool für Saanen

Saanen

«Zukunft Saanen – zäme für ünsi Gmei» heisst das Projekt. Mitentscheiden dürfen alle. 50 Personen nahmen an der Auftaktversammlung im Landhaus teil.

Sie führten durch die Versammlung (v.l.): Gemeindepräsident Toni von Grünigen und die beiden Profis Florian Jakob und Lorenz Kurtz von Planval, Impulsgeber für Regionalentwicklung.

Sie führten durch die Versammlung (v.l.): Gemeindepräsident Toni von Grünigen und die beiden Profis Florian Jakob und Lorenz Kurtz von Planval, Impulsgeber für Regionalentwicklung.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Rot für Mängel, Gelb für Ideen, Grün für Positives: An der öffentlichen Auftaktveranstaltung morgens um 9 Uhr waren 18 Stellwände im Saal des Landhauses aufgestellt. Mehr oder weniger dicht beklebt mit Zetteln in den drei Farben. Zu 18 Themenkreisen hat die Projektleitung Anregungen gesammelt, vor allem am Alpkäsemarkt und an der Gstaader Messe.

Gemeindepräsident Toni von Grünigen begrüsste und stellte vor, warum die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Planval AG, einem Büro für Gemeinde-, Stadt- und Regionalentwicklung, den Prozess «Zukunft Saanen – zäme für ünsi Gmei» aufgegleist hat: Es sollen alle an der Gemeinde interessierten Personen in die Entwicklung einbezogen werden und ihre Anliegen formulieren, über legitime Einzelinteressen hinaus. Der Anlass war öffentlich.

Grosse Reden gabs nicht, dafür aber ganz viele Gespräche in kleinen und grösseren Gruppen, zu denen die Stellwände anregten. Für Fragen zum Prozess standen Florian Jakob und Lorenz Kurtz von Planval und Mitarbeiter der Gemeinde zur Verfügung.

Lebensqualität grün

Aufgefallen: An der Stellwand Lebensqualität dominierte die Farbe Grün. «Uns geht es gut, wir leben hier im Paradies», stand auf einem Zettel. Wo aber hat das Paradies noch Mängel? Was brauchts dafür, es zu erhalten und zu entwickeln? Da gabs ganz unterschiedliche Vorschläge. Zum Beispiel die Idee für ein Fürstentum Saanen, die Wünsche für einen Rückkauf der Rellerlibahn, für eine Eisbahn, für einen Fussball-Kunstrasen, für eine Musik-Hall, für ein Kino, für eine Holzbrücke über die Kleine Simme.

Die Schulen sind in den Prozess einbezogen worden, ihre Wünsche wurden auf der Bühne des Saals präsentiert. Es gab Unterschiedliches: Die Jungen möchten ein Töfflirennen und ein 7-Meter-Sprungbrett, aber auch günstigere Abos, sichere Schulwege, ein Spital und Ausgehangebote. Offensichtlich Sorgen bereiten das Wohnen und die Betreuung im Alter, gesucht werden sollen alternative Wohn­formen.

Gemeindepräsident Toni von Grünigen freute es, dass auch das Thema Klimaschutz und Anpassung Beachtung fand. Konkret mit dem Wunsch nach einer Plastiksammelstelle, klimafreundlichem Bauen oder allgemein mit mehr Umweltschutz oder einem Naturschutzgebiet. Nur rote und gelbe Zettel gab es auf der Stellwand «Bezahlbarer Wohnraum». Gewünscht werden Familienwohnungen, Wohngemeinschaften, tiefere Mieten für einheimische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Jetzt in Arbeitsgruppen

Florian Jakob und Lorenz Kurtz stellten vor, wie das Projekt weitergeht. Acht Themen sollen jetzt in Arbeitsgruppen vertieft werden, für die sich alle Anwesenden einschreiben konnten. An erster Stelle steht aufgrund der Umfragen das Thema «Bezahlbarer Wohnraum», gefolgt von Klimaschutz und Tourismusort/Lebensort sowie Sport- und Freizeitangebot. Angebote für Jugend, Verkehr, Wohnen und Leben im Alter sowie Schule und Betreuung sind die weiteren Themen.

Gemeindepräsident Toni von Grünigen blickte positiv in die Zukunft des Projekts, für dessen Logo der Saaner Wappenkranich so gedreht wurde, dass er vorwärtsblickt. «Etwas schade ist, dass hauptsächlich Leute mitmachten, die schon bisher engagiert sind», fand er. Das priorisierte Thema ist für ihn nicht neu, die Gemeinde hat bereits zweimal Vorschläge in die entsprechende Richtung gemacht, die aber abgelehnt wurden.

Vorgesehen ist jetzt, dass die Arbeitsgruppen am 25. Januar eine Exkursion zu einem bereits umgesetzten Projekt machen und dann in zwei Workshops am 16. und am 30. März Entwicklungsziele und -schwerpunkte erarbeiten. Diese werden am 9. Mai 2020 öffentlich vorgestellt. Interessierte sind eingeladen, in einer oder mehreren Arbeitsgruppen mitzuwirken.

Kontaktdaten: www.zukunft-saanen.ch; toni.vongruenigen@saanen.ch; thomas.bollmann@saanen.ch; lorenz.kurtz@planval.ch;florian.jakob@planval.ch

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