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Herber Rückschlag im Kampf um die Schule

Der Regierungsstatthalter stützt den Entscheid der Schulkommission, das Schulhaus Schoren vorläufig zu schliessen. Die Gegner geben trotz des Rückschlags nicht klein bei.

Roger Probst/don
Die zwei Mehrjahrgangsklassen im Schulhaus Schoren sollen aufs kommende Schuljahr geschlossen werden.
Die zwei Mehrjahrgangsklassen im Schulhaus Schoren sollen aufs kommende Schuljahr geschlossen werden.
Christian Pfander

«Beschwerde wegen Schulhaus Schoren abgewiesen»: Der Titel der am Sonntag publizierten Medienmitteilung des Thuner Regierungsstatthalters Marc Fritschi ist unmissverständlich. Fritschi stützt den Entscheid der Schulkommission, die zwei Mehrjahrgangsklassen im Schulhaus Schoren aufs kommende Schuljahr hin zu schliessen.

Die Schulkommission habe ihre Kompetenzen nicht überschritten, «sondern ihre organisatorischen Aufgaben nachvollziehbar erledigt», schreibt der Regierungsstatthalter. «Aufgrund der kantonalen Vorgaben zur Klassengrösse musste sie von 102 Klassen (bisher 104) ausgehen und diese so organisieren, dass Klassen nach Möglichkeit zusammenbleiben können und nicht jährlich neu zusammengesetzt werden müssen.» Die jeweils zuständigen Gemeindeorgane hätten im Rahmen ihrer Zuständigkeit gehandelt.

Schule nicht definitiv zu

Für den Regierungsstatthalter ist erwiesen, dass mit dem Entscheid der Schulkommission keine Schliessung des Schulhauses Schoren einhergeht, wie die Gegner behaupten. Der Gemeinderat wolle das Gebäude aus seiner Sicht nach wie vor der Schule zur Verfügung stellen.

Im Wortlaut klingt es so: «Dass der Gemeinderat in der Bildungsverordnung von 2009 die Schulhäuser aufzählt, bedeute nicht, dass dort stets Klassen unterrichtet werden müssten, sondern, für welche Schulstufen welche Schulhäuser zur Verfügung stünden.» Heute von einer definitiven Schulschliessung zu sprechen, sei fehl am Platz.

«Es ist ernüchternd», sagt Karin Gyger von der Elterngruppierung Pro Schoren zum Beschluss des Statthalters. Leider würden bürokratische Entscheide über dem Kinderwohl stehen. Sie sei insbesondere konsterniert, sagt Gyger, «weil die Sicht der Eltern nicht zählt». Vom Rückschlag lasse sie sich aber nicht entmutigen. «Wir werden weiterkämpfen.»

Kampf geht weiter

Das Flaggschiff der Gegner ist dabei eine Quartierschulinitiative. Sie ist Reaktion auf den eingangs erwähnten Entscheid der Schulkommission: Diese hatte entschieden, die beiden einzigen Klassen am Standort Schoren zu schliessen, was laut den Initianten einer Schulschliessung gleichkommt. Die Stadt hatte dies stets verneint und darauf hingewiesen, dass das Schulhaus in vier oder fünf Jahren wieder als solches genutzt werden solle.

Mittlerweile wurde bekannt, dass sich die Musikschule Region Thun für den Standort interessiert und die dortigen Unterrichtsräumlichkeiten vorübergehend mieten möchte. Die Quartierschulinitiative soll die Schliessung von Schulstandorten erschweren und die Kompetenzen der Schulkommission beschneiden.

So soll unter anderem im städtischen Bildungsreglement fix festgelegt werden, dass in sämtlichen bestehenden Thuner Primarschulen auch künftig eine Primarstufe geführt wird. Dasselbe gilt für die Oberstufenschulen. Die Stadt hat nun neun Monate Zeit, um die Initiative auf ihre inhaltliche Gültigkeit zu überprüfen und sie innerhalb dieser Frist dem Stadtrat zu unterbreiten. Lehnt dieser die Initiative ab, könnte es in den kommenden zwei Jahren zudem zu einer Volksabstimmung kommen.

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