Herausfordernde Zukunft für Bergbahnen

Gstaad

Obschon die beiden letzten Winter für den Verband der Berner Bergbahnen (BBB) erfreulich waren, bleibt die Zukunft ungewiss. Die Klimaerwärmung ist nur eine der Herausforderungen.

Engagiert im Kampf für die Bergbahnen: Matthias In-Albon (links), Vizepräsident, und Roger Friedli, Präsident der BBB.

Engagiert im Kampf für die Bergbahnen: Matthias In-Albon (links), Vizepräsident, und Roger Friedli, Präsident der BBB.

(Bild: Kerem S. Maurer)

Die Delegierten von 37 Berner Bergbahnen trafen sich am Dienstag auf der Wispile in Gstaad zur Delegiertenversammlung des Verbandes Berner Bergbahnen. Auf 1911 Meter über Meer war es trüb und neblig. Ähnlich sind auch die Zukunftsperspektiven mancher Bergbahnen. Die beiden letzten Winter schlugen sich zwar positiv in den Zahlen nieder, doch man habe noch viel zu tun, sagte BBB-Präsident Roger Friedli.

Grosses Thema ist und bleibt die Schneesicherheit, insbesondere während der Weihnachtsferien und der Sportwochen. Denn in diesen sechs Wochen werden bei den meisten Bergbahnen rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes erzielt. Wenn es Schnee hat. Wer keine Schneesicherheit bietet, hat verloren. Nicht nur dann, wenn der Schnee fehlt, sondern auch in den Folgejahren. Erlebe der Gast einmal keinen Schnee in seinen Ferien, weiche er aus – und komme im schlimmsten Fall nie mehr zurück. Kleinere Voralpenlifte seien in dieser Hinsicht flexibler.

Für die grossen Bergbahnen gibt es nur eins: Investieren in die Schneesicherheit, sprich Beschneiungsanlagen, in neue Bahnen und Restaurants. Für das Sommergeschäft braucht es Spielplätze, Themenwege und hippe Inszenierungen der Bergwelt. «Für jeden Themenweg braucht es verschiedene Bewilligungen», sagte BDG-Geschäftsführer und BBB-Vizepräsident Matthias In-Albon und spielte auf die bürokratischen Hürden an. Nationalrat Erich von Siebenthal forderte die Teilnehmenden in diesem Zusammenhang beherzt auf, die Behörden zu sensibilisieren. Es brauche Einsatz und Hintergrundarbeit, aber gemeinsam könne man viel erreichen, ist er überzeugt.

Es braucht Investitionen

Wie und wie viel man investieren kann, zeigte Heinz Brand, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Destination Gstaad AG (BDG) und Vertreter der Gastgeberdestination in seiner kurzen Ansprache. Seit ihrer Sanierung im Jahr 2016 habe die BDG bis ins Geschäftsjahr 2019/20 bereits 72 Millionen investiert. Und bis ins Jahr 2026 seien weitere Grossinvestitionen in der Höhe von 35 Millionen geplant. Die Zukunft der Bergbahnen hängt offensichtlich im Wesentlichen von Investitionen in die Technik ab – und nicht zuletzt auch von der Digitalisierung.

So sollen Pistenfahrzeuge dereinst autonom fahren und Bergbahnen ohne Personal die Gäste in die Schneegebiete befördern. Entsprechende Versuche laufen bereits und sollen die Bergbahnen in Sachen Lohnkosten entlasten. Dass diese Entwicklung auch Schattenseiten hat, wenn dadurch einheimisches Personal entlassen werden muss, ist bekannt, muss aber offensichtlich in Kauf genommen werden. Der Wettbewerb fordert seinen Tribut.

Starker Franken akzeptiert

Doch es gab auch Positives. So seien die Zahlen in Sachen Personentransport deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt, sagte Roger Friedli. Während das Plus schweizweit bei 9,9 Prozent liege, komme man im Berner Oberland auf gute 5 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr, liege man im Oberland mit 9,1 Prozent sogar über dem schweizweiten Mittel von 7 Prozent. Ähnlich sieht es bei den Ersteintritten aus.

Im Fünfjahresdurchschnitt verzeichnet das Berner Oberland einen Zuwachs von 7,9 Prozent (Schweiz: 10,9 Prozent) und verglichen mit dem Vorjahr sogar 9 Prozent (Schweiz: 6,5 Prozent). Schliesslich kehrten auch die Gäste aus dem Euroraum wieder vermehrt zurück, verkündete der Präsident und konstatierte, man habe sich offenbar an den starken Franken gewöhnt.

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