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Geschichte aus dem Tierbuch

Drei Beschuldigte wurden von der Staatsanwaltschaft wegen Drohung, Beschimpfung und übler Nachrede schuldig erklärt. Alle haben Einsprache erhoben.

Das Regionalgericht Oberland in Thun: Hier fand am Mittwoch die Hauptverhandlung statt.
Das Regionalgericht Oberland in Thun: Hier fand am Mittwoch die Hauptverhandlung statt.
Keystone

Gleich zu Beginn der Hauptverhandlung am Regionalgericht Oberland am Mittwoch in Thun wurde klar, dass es um eine Fehde zwischen Nachbarn ging. Ausgangspunkt waren Strafbefehle der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, gegen drei Schweizer.

Ein 41-Jähriger wurde wegen Drohung, Beschimpfung und übler Nachrede schuldig erklärt. Er soll 2015 einen 70-Jährigen als «alten Sack» beschimpft und ihm gesagt haben, dass man auf dem Bau ­solche Leute zu Tode schlage.

Ausserdem bezichtigte der Beschuldigte ihn, er habe seine Hühner vergiftet. Der Mann wurde wegen Drohung, Beschimpfung und übler Nachrede zu einer bedingten Geldstrafe und zu einer Busse verurteilt. Zusammen mit den Gebühren hätte er 1700 Franken bezahlen sollen.

Jahrelange Querelen

Der 70-Jährige verfasste im Sommer im Namen eines Vereins einer Kleintieranlage zusammen mit seiner Tochter (43) und einem Dritten ein an den Vater des Beschuldigten gerichtetes Schreiben, in welchem dieser «dauernder Verleumdungen und Unwahrheiten gegenüber Dritten» bezichtigt wurde.

Die Staatsanwaltschaft sprach ihn wegen Beschimpfung schuldig, verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe und zu einer Busse. Insgesamt hätte er 600 Franken berappen müssen.

Die Tochter wurde der Beschimpfung schuldig erklärt, weil sie den Vater als «Lugihung» und «falsche Siech» bezeichnet hatte. Neben einer bedingten Geldstrafe hätte sie 700 Franken bezahlen müssen.

Keine Einigung erzielt

Gegen diese Strafbefehle hatten alle drei in der Region Thun wohnhaften Beschuldigten Einsprache erhoben. Gerichtspräsident Jürg Santschi versuchte gestern vergeblich, die Parteien zu einem Vergleich zu bewegen.

Die Kosten würden weniger hoch ausfallen, argumentierte er. «Wir sind dazu nicht bereit, weil wir uns unschuldig fühlen», sagte die Tochter. Damit wurde mit der Befragung von vier Zeugen und dem Plädoyer des privaten Anwalts einer der Parteien die Justiz­maschinerie in Gang gesetzt.

Der Einzelrichter kam im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft nicht in allen Fällen zu einem Schuldspruch. Den 41-Jährigen sprach er von der üblen Nachrede wegen der angeblichen Vergiftung der Hühner frei, erklärte ihn aber wegen Drohung und Beschimpfung schuldig.

Er auferlegte ihm eine bedingte Geldstrafe von 24 Tagessätzen zu 120 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem hat er eine Verbindungsbusse von 720 Franken zu bezahlen.

Die beiden andern erachtete Santschi im Sinne der Staatsanwaltschaft wegen Beschimpfung als schuldig und auferlegte ihnen eine bedingte Geldstrafe von je 5 Tagessätzen zu 50 Franken beziehungsweise von 30 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren.

Verfahrenskosten, welche bei Verhandlungsschluss noch nicht beziffert werden konnten, haben die Verurteilten zu je einem Drittel zu tragen.

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