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Gegensätze in der Kunstgalerie

Mit Charlotte Wyder und Heidi Baumann präsen­tieren zwei Künstlerinnen in der Kunstgalerie Hodler in Thun ihre gegenständlich figurativen Bilder, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Die beiden Künstlerinnen Charlotte Wyder (links) und Heidi Baumann vor ihren Bildern in der Kunstgalerie Hodler.
Die beiden Künstlerinnen Charlotte Wyder (links) und Heidi Baumann vor ihren Bildern in der Kunstgalerie Hodler.
Verena Holzer

In weichen Farben und Formen präsentieren sich die Landschaften in den Bildern von Charlotte Wyder. Schon der Untergrund ihrer Werke ist ein echter Hingucker. Einmal ist es das Material, welches durch die Farben schimmert, ein andermal unterlegt sie die Sujets mit marmorierenden Strukturen oder Ornamenten. Die Schattierungen verleihen ihren Bildern Ruhe und Harmonie, aber auch etwas Mystisches – so etwa das von Nebel umhüllte Stockhorn, das die in Rubigen wohnhafte Künstlerin täglich in allen Variationen von ihrer Wohnung aus betrachten kann.

Auch andere Berggipfel aus der Umgebung hat sie in ihren Bildern festgehalten, wobei sie dem Betrachter durch grossflächige Horizonte beschauliche Gedankenfreiheit lässt. Erstaunlich grosse Wirkung haben daneben die silberfarbenen Knoblauchzehen, die sie in den farblichen Einklang eingebettet hat. Aber auch Muscheln oder kleine Gefässe stellt sie in den Mittelpunkt ihrer Werke, welche sie mit Pappmaché-Figuren ergänzt.

Premiere für Heidi Baumann

Erst mit vierzig Jahren hat die Thunerin Heidi Baumann die ersten Gehversuche mit Bleistiftzeichnungen gemacht. Aber danach hat die Kunst sie nie mehr losgelassen, und sie hat sich stets weitergebildet. Was sie in ihrer ersten öffentlichen Aus­stellung zeigt, verblüffte die rund fünfzig Vernissagegäste in der Kunst­galerie Hodler an der Fru­tigenstrasse ungemein. Ihre wissenschaftlichen, in verschiedenartigen Techniken gemalten Bilder sind beinahe mit Fotografien zu verwechseln. Mit unglaublicher Akribie hat sie zum Beispiel Schmetterlinge und deren Flügel, filigrane Vogelfedern oder auch einen Hummer gemalt.

Durch die Schattierungen erscheinen die Tiere dreidimensional. An dem auf die Einladungskarte gedruckten Schlangenskelett und der jungen Schlange habe sie an die 400 Stunden gearbeitet. Manchmal arbeite sie sogar bis zu zwei Jahre an einem Bild, sagte sie. Es sind vor allem die kleinen, oft unbemerkten Dinge wie der Raureif an Blatt und Blüte einer Anemone, die Strukturen einer Pfingstrose oder eine aufgeplatzte Paternosterbohne, welche die Künstlerin dem Betrachtenden vor Augen führt.

Die Ausstellung dauert bis 1. April. Öffnungszeiten: Di–Fr 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 18.30 Uhr, Sa 9 bis 16 Uhr. www.hodler-thun.ch.

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