Freistatt – Chance für ein Leuchtturmprojekt?

Thun

Bekommt die Stadt eine erste 2000-Watt-konforme Siedlung? Dieser und anderen Fragen ging der VCS Thun-Oberland an einer Veranstaltung nach.

Wo heute noch gewohnt wird und Schrebergärten betrieben werden, entsteht dereinst die neue Siedlung Freistatt - so der Plan.

Wo heute noch gewohnt wird und Schrebergärten betrieben werden, entsteht dereinst die neue Siedlung Freistatt - so der Plan.

(Bild: Nelly Kolb)

Anfang 2019 entscheidet der Stadtrat über den Zonenplan und somit die Zukunft auf dem Areal Freistatt Thun. Die Ergebnisse der Mitwirkung zeigen, dass die unterschiedlichsten Vorstellungen vorliegen, wie sich dieses Areal baulich entwickeln soll.

«Bereits vor vier Jahren haben wir zu diesem Thema einen Anlass durchgeführt», sagte Suzanne Albrecht, Geschäftsleiterin VCS, Regionalgruppe Thun-Oberland, im Kino Rex. Damals habe man am Beispiel der Wohn- und Gewerbesiedlung Kalkbreite in Zürich Ideen erhalten, wie ein Quartier lebendig und nachhaltig gestaltet werden könne.

Am Mittwoch liessen sich rund 80 Interessierte über Gründe und Erfahrungen mit dem Bau von 2000-Watt-Arealen informieren. Das sei mehr als eine Siedlung. Es stehe für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Klimafreundlichkeit. Es solle Menschen zusammenbringen und verbinde Aspekte des Alltags in einem attraktiven Umfeld und widerspiegle die Werte einer verantwortungsbewussten Gesellschaft.

Beispiel in der Stadt Bern

Renato Bomio, Teamleiter Entwicklung bei Immobilien der Stadt Bern, schilderte an der Siedlung Stöckacker-Süd, wie die Stadt das 146 Wohnungen umfassende, 70 Millionen Franken teure 2000-Watt-Areal realisiert hat. Bei der Mobilität wird auf den öffentlichen und den Langsamverkehr gesetzt.

So stehen in der Einstellhalle lediglich 27 Parkplätze zur Verfügung, wovon deren 15 für die Wohnungsmieter bestimmt sind. Von den 515 Veloabstellplätzen ist die Hälfte überdeckt. «Um solche Projekte zu verwirklichen, braucht es das Zusammenwirken von Politik und Bauträgern und auch eine grosse Portion Leidenschaft», betonte Bomio.

Harald Schrödl, Immobilienentwickler von Losinger Marazzi AG, legte dar, weshalb die Unternehmung auf den Bau von nachhaltigen Siedlungen setze. Mit der Energiestrategie 2050 und dem damit verbundenen schrittweisen Atomausstieg müssten die CO2-Emissionen gesenkt werden.

Schrödl wies auch auf die Problematik von Beton aus ökologischer Sicht hin. Er plädierte für die vermehrte Verwendung von Holz. Dass sich Investitionen in 2000-Watt-Areale lohnen, zeigte Daniel Maeder, Geschäftsführer von Coopera Sammelstiftung PUK Pensionskasse, anhand der Rentabilität der Siedlungen Lorraine und Burgunder in Bern vor.

Danach fand ein Podium mit den Referenten und den Gemeinderatskandidaten Andrea de Meuron (Grüne) und Carlos Reinhard (FDP) statt.

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