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Frauen in Gremien: Stadt soll gerechte Vertretung fördern

Der Thuner Stadtrat hat ein Postulat angenommen, das eine gerechtere Vertretung von Frauen in gemeindenahen Firmen fordert.

0 Prozent, 14,3 Prozent, 33,3 Prozent: Es sind die Prozentanteile, die Frauen in Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen gemeindenaher Unternehmen wie Energie Thun AG, Parkhaus Thun AG, Avag oder STI ausmachen. Den letztgenannten Wert aus dem Verwaltungsrat der Energie Thun AG nannte Alice Kropf am Donnerstagabend im Stadtrat als einzige positive Ausnahme. Die SP-Vertreterin hatte mit Mitunterzeichnerinnen der Fraktionen Grüne/Junge Grüne und BDP/GLP ein Postulat eingereicht, das von der Regierung «gezielte Massnahmen» für eine «geschlechtergerechte Vertretung» anregte.

Kropf sagte, dass der Frauenanteil im öffentlichen Sektor in der Regel höher sei als anderswo, dies auf Thun jedoch nicht zutreffe. «Es ist ein Mythos, dass es zu wenig qualifizierte Frauen für diese Posten gibt», so Kropf. Sarah Zaugg (Grüne/Junge Grüne) stimmte dem zu: «Wir müssen genauer nach den Gründen suchen, wieso nicht mehr Frauen in solchen Gremien vertreten sind.» Jonas Baumann (EVP/EDU/CVP) sprach – als einziger Mann in der Diskussion – ebenfalls von «Nachholbedarf». Heutzutage sei auch aus unternehmerischer Sicht unbestritten, dass gemischte Teams besser funktionierten.

Bringen Quoten etwas?

Gegenwind kam etwa von Susanna Ernst (FDP). Frauen müsse man fördern, aber es brauche dafür nicht extra einen Massnahmenplan. «Aus eigener Erfahrung weiss ich: Die Frau muss ein Engagement vor allem selber wollen», so Ernst. Mut sprach den Frauen auch Eveline Salzmann (SVP) zu. Sie fand jedoch ebenso, dass mit starren Quoten die Ursachen für die Frauenflaute in den Gremien nicht gelöst würden. «Frauen haben viele Möglichkeiten, in Firmen aufzusteigen. Firmen müssen hierzu aber auch Teilzeitstellen schaffen», forderte sie. Nicole Krenger (GLP/BDP) richtete ihren Appell direkt an alle Frauen: «Bewerbt euch für diese Posten!»

Der Thuner Gemeinderat hatte sich bereits vorgängig bereit erklärt, das Anliegen zu prüfen und den Vorstoss zur Annahme empfohlen. In der Schlussabstimmung folgte das Parlament dem Ansinnen und nahm das Postulat mit 27 zu 12 Stimmen an.

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