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Erdrutschsieg für Beat Bucher

Mit 1157 von 1674 abgegebenen Stimmen ist die Wahl von Beat Bucher zum neuen Gemeindepräsidenten überdeutlich. Amtsinhaber Christian Anderegg muss eine herbe Niederlage einstecken.

Fairer Verlierer: Christian Anderegg (rechts) gratuliert Beat Bucher, seinem Nachfolger als Gemeindepräsident.
Fairer Verlierer: Christian Anderegg (rechts) gratuliert Beat Bucher, seinem Nachfolger als Gemeindepräsident.
Christoph Buchs

1661 gültige Wahlzettel lagen für die Wahl des Gemeindepräsidenten vor. Auf deren 1157 stand der Name von Beat Bucher. Fast 70 Prozent der Stimmbürger, die an der gestrigen Wahl teilnahmen, befürworteten eine Wahl Buchers. Und erteilten dem Amtsinhaber Christian Anderegg eine Abfuhr: Er kommt auf 420 Stimmen, was 25 Prozent der gültigen Stimmen ausmacht.

In aller Deutlichkeit haben die Grindelwald Stimmbürger einen neuen Gemeindepräsidenten gewählt. «Ich bin sehr erfreut», sagte Beat Bucher am Sonntag bei der Bekanntgabe der Resultate auf der Gemeindeverwaltung. Dass das Resultat derart deutlich ausfällt, überrascht den Neugewählten.

Allerdings habe er darauf gehofft, bereits im ersten Wahlgang den Sieg zu erringen. «Viele waren der Meinung, dass es wohl einen zweiten Wahlgang geben wird.» Weit gefehlt: Das absolute Mehr lag bei 832 Stimmen; Bucher übertraf diesen Wert um mehr als 300 Stimmen.

Enttäuschter Anderegg

Gross ist hingegen die Ernüchterung bei Christian Anderegg, der in den vergangenen vier Jahren als Gemeindepräsident die Geschicke Grindelwalds geleitet hatte und dieses Amt auch gerne weiter ausgeführt hätte. «Ich war in den letzten 30 Jahren in verschiedenen Funktionen für die Gemeinde tätig und habe mir schon erhofft, dass dies mit einer Wiederwahl honoriert wird.»

Dies sei nun nicht der Fall. «Aber das Zeichen der Bevölkerung ist klar: Sie will einen Wechsel», so Anderegg. «Damit muss ich leben. Ich nehme das sportlich, das Leben geht weiter.» Der Bauunternehmer freut sich darauf, wieder mehr Zeit für seine Familie und die Firma einplanen zu können.

Anderegg glaubt, dass die «Schlammschlacht», die in den letzten Wochen in den Lokalmedien entbrannt sei, auch zur Deutlichkeit des Resultats beigetragen habe. Die amtierende Exekutive unter Andereggs Leitung wurde insbesondere von seinem zweiten Herausforderer Marc Sterchi massiv kritisiert; ebenfalls gab es einige angriffige Leserbriefe. Sterchi blieb bei der Kampfwahl ums Präsidium mit seinen 84 Stimmen übrigens chancenlos.

Beat Bucher hingegen glaubt nicht, dass die öffentlichen Angriffe der letzten Woche die Wahlen entscheidend beeinflusst haben. «Vielerorts waren die Meinungen schon im Vornherein gemacht», ist Bucher überzeugt. «Diese Meinungen lauten, dass ein Wechsel nötig ist.» Ihn freut die hohe Stimmbeteiligung von über 65 Prozent. «Somit werden die gewählten Gemeinderäte und ich von der Bevölkerung auch wirklich getragen.»

FDP macht 5 Sitze

Aus den Gemeinderatswahlen geht die FDP als grosse Siegerin hervor: All ihre fünf Kandidaten - darunter zwei Bisherige - wurden gewählt; die beiden Frauen Beatrice Rubi und Christine Minder erzielten Spitzenresultate.

Die SVP war bisher inklusive Gemeindepräsident mit drei Personen vertreten, Ab 2020 bekleidet die Volkspartei nur noch den Sitz des neu gewählten Hans Peter Baumann. Nicht genügend Stimmen für einen Einzug in den Gemeinderat erzielten Jürg Grau, Thomas Kaufmann und Stefan Grossniklaus.

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