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Er hatte sexuelle Absichten mit dem Mädchen

Ein Mann, der vergangenen Sommer ein Mädchen vom Velo gerissen und in ein Maisfeld gezerrt hatte, wurde wegen versuchter sexueller Handlungen mit Kindern verurteilt.

Der Mann, der ein Mädchen vom Velo riss und in ein Maisfeld zog, wurde zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt (Symbolbild).
Der Mann, der ein Mädchen vom Velo riss und in ein Maisfeld zog, wurde zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt (Symbolbild).
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Gerichtspräsidentin Dorothea Züllig von Allmen schilderte am Freitag bei der Urteilseröffnung nochmals minutiös, was sich an jenem Nachmittag im Sommer 2017 in der Region Thun zugetragen hatte. Ein 12-jähriges Mädchen war von einem 56-Jährigen tätlich angegangen und in ein angrenzendes Maisfeld gezogen worden. Die regionale Staatsanwaltschaft klagte den Mann wegen versuchter sexueller Nötigung und versuchter sexueller Handlungen mit Kindern an. Der Beschuldigte bestritt sexuelle Absichten.

Widersprüchliche Aussagen

«Das Gericht hatte zu prüfen, ob sich der Vorfall tatsächlich so zugetragen hatte, wie die Untersuchungen ergeben haben», sagte die Gerichtspräsidentin. Es seien sowohl belastende wie auch entlastende Aspekte in die Ur­teilsfindung einbezogen worden. Unbestritten sei lediglich, dass es zu einer Kollision zwischen dem Beschuldigten und dem Mädchen, die beide mit dem Velo unterwegs waren, gekommen sei. Dann aber gingen die Aussagen der Beteiligten auseinander. Der Beschuldigte bestritt vehement, sexuelle Absichten gehabt zu haben.

Dies umso mehr, als seine Vorlieben auf diesem Gebiet anders lägen. Im Verlauf des Verfahrens verstrickte er sich jedoch in Widersprüche, die Zweifel an seinen Aussagen aufkommen liessen. Demgegenüber machte das Opfer konstante und detaillierte Angaben zum Vorfall. So sei es vom Beschuldigten vorgängig in unangenehmer Weise angestarrt worden, was bereits früher zweimal passiert sei.

Sexuelle Motive erwiesen

Das forensisch-psychiatrische Gutachten attestiert dem Beschuldigten eine schwere psychische Störung und erachtet eine stationäre Massnahme als unbedingt erforderlich. Trotzdem kommen die Gutachter zum Schluss, dass sexuelle Motive die Triebfeder der Tat gewesen seien. Zu diesbezüglichen Handlungen sei es nur deshalb nicht gekommen, weil der Täter von der dazugekommenen Automobilistin gestört worden sei.

Die drei übrigen Vorwürfe betreffen Pornografie, den Diebstahl von drei Velos sowie den unerlaubten Besitz einer ge­fundenen Schreckschusspistole. Das Kollegialgericht befand den Mann in allen Anklagepunkten als schuldig und verurteilte ihn zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, wobei die Untersuchungshaft von 479 Tagen angerechnet wird. Zudem wurde eine stationäre therapeutische Massnahme angeordnet, die vor der Gefängnisstrafe zu vollziehen ist. Im Weiteren wurde der Mann zu einer unbedingten Geldstrafe verurteilt. Ihm überbunden werden die Verfahrenskosten von rund 35600 Franken sowie die Anwaltskosten des Opfers, welchem er überdies eine Genugtuung von 5000 Franken zu leisten hat. Schliesslich wurde ihm ein Verbot einer Tätigkeit mit Minderjährigen auferlegt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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