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Einsprecher erkämpfen Neuauflage

Nun schreitet Regierungsrat Christoph Neuhaus ein: Das Baugesuch für die Mobilfunkantenne im Quartier Hünegg-Brunnmätteli in Hilterfingen muss erneut publiziert werden.

Auf dieses Swisscom-Gebäude soll die Anlage hin.
Auf dieses Swisscom-Gebäude soll die Anlage hin.
pst

Am 8. Juli hatte Regierungsstatthalter Marc Fritschi den Bau von sechs neuen Mobilfunkantennen auf dem Dach des Technikgebäudes an der Alten Thunstrasse 8 in Hilterfingen bewilligt. Zum grossen Unmut der Anwohnerinnen und Anwohner – denn gegen das Baugesuch der Swisscom waren im Herbst 2018 ganze 90 Einsprachen eingegangen.

Daraufhin nahm der Telecomriese Änderungen am Projekt vor. Der Regierungsstatthalter genehmigte das Vorhaben. Doch im Quartier regte sich Widerstand: Einige Einsprecher zogen den Entscheid an die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) weiter.

Besonders hatte sie geärgert, dass der Bescheid des Regierungsstatthalters am ersten Tag der Sommerferien kam. Das sei befremdend, sagte Michael Grünert, Präsident des Quartiervereins Hünegg-Brunnmätteli, damals gegenüber dieser Zeitung. An ihm war es, rund 80 ­andere Einsprecher darüber zu informieren.

Dies, weil Regierungsstatthalter Fritschi beschlossen hatte, «weitgehend identische Einsprachen» in eine Gruppe zusammenzufassen und nur noch mit einem Vertreter jener Gruppe zu kommunizieren – mit Michael Grünert. Bereits im Juli kündigte dieser an, den Entscheid weiterzuziehen.

Grundsätzlich, sagte Grünert damals, seien die Einsprecher keine Antennengegner. Vielmehr gehe es ihnen darum, einen sinnvollen Standort für die Anlage zu finden. Der aktuelle, so Grünert, würde für das Ortsbild eine untragbare Veränderung bedeuten. Es sei eine Gewerbezone für den Bau zu priorisieren – wie das im neuen Hilterfinger Baureglement seit 2014 festgehalten sei.

Bereits früher erfolgreich

Es war dies nicht das erste Mal, dass im Quartier Hünegg-Brunnmätteli Aufstand gegen die Obrigkeit geübt wurde. Bereits 2012 schmetterten die Anwohner mit 153 Einsprachen den Neubau einer 26 Meter hohen Mobilfunkantenne mitten im Wohngebiet ab. Um den Widerstand zu organisieren, wurde der Quartierverein gegründet.

Nun kam Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) zum Schluss, dass die Projektänderungen der Swisscom erneut publiziert werden müssen, damit die bisherigen und allfällige neue Einsprecher Kritik gegen die Änderung vorbringen können. Zudem müsse sich die Orts- und Landschaftsbildkommission zur geänderten Gestaltung der Antennenanlage äussern.

«Bedürfnisse ignoriert»

«Die BVE bestätigt die Einschätzung der Anwohner, dass das Vorgehen der Swisscom nicht korrekt war», sagt Michael Grü­nert auf Anfrage. Und: «Das Vorgehen hat die Bedürfnisse und Interessen der Bevölkerung und der Gemeinde ignoriert.»

Offensichtlich komme es nun zu einer «völligen Neubeurteilung» der Situation. «Wir erwarten und wünschen uns von der Swisscom nun echte Kompromissbereitschaft», so Grünert.

«Erneut publizieren»

«Die Baubewilligung wurde aufgehoben, und Regierungsstatthalter Marc Fritschi wird das Vorhaben wie befohlen erneut publizieren», heisst es in der Mitteilung, die das Statthalteramt am Freitag verschickte.

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