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Eine Reise in Charles Dickens’ Zeit

Alle drei Jahre wird von der Oberstufe ein Musical inszeniert. Nun ist es wieder so weit: Nach fast einem Jahr Arbeit werden rund hundert Schülerinnen und Schüler ab Dienstag das Musical «Oliver Twist» aufführen.

Irina Eftimie
Szenenbild aus dem Musical der Oberstufe Steffisburg: Oliver Twist (rechts) erscheint der Geist seiner Mutter.
Szenenbild aus dem Musical der Oberstufe Steffisburg: Oliver Twist (rechts) erscheint der Geist seiner Mutter.
Irina Eftimie

Seit dem letzten Sommer wird in der Oberstufe in Steffisburg wieder geübt. «Es brauchte etwas Mut, ein solches Stück zu wählen, weil es keine zeitgenössischen Charaktere sind», sagt Annemarie Stähli von der Oberländer Märlibühni, Regisseurin und Autorin des Musicals.

«Wir sind aber zum Schluss gekommen, dass sich die Schülerinnen und Schüler so besser in die Rollen ­hineinversetzen können.» Da ihr und dem Rest des Leitungsteams ein bereits bestehendes Stück zum literarischen Werk von Charles Dickens nicht genug gefiel, adaptierte sie den Roman selber und machte gemeinsam mit dem musikalischen Leiter Michael Krähenbühl ein Jugendmusical daraus.

«Es brauchte etwas Mut, ein solches Stück zu wählen, weil es keine zeit­genössischen Charaktere sind.»

Regisseurin Annemarie Stähli

«Wie immer sind auch diesmal sehr viele Leute hinter der Bühne beteiligt», sagt Andreas Richard, Projektleiter und Oberstufenlehrer. Ausserdem wird es ein Theaterbistro geben, welches während der Pause für Erfrischung sorgt, und mit dem VIP-Package werden die Gäste am Dienstag, Mittwoch und am Samstag vor der Aufführung in den Genuss eines Abendessens kommen.

«Das ganze Team hilft mit, und man merkt, dass wir alle am gleichen Strick ziehen», sagt Annemarie Stähli. «Wenn die Schauspielerinnen und Schauspieler zum Ende der Aufführungen auf der Bühne stehen werden, kommen bei mir wahrscheinlich die Emotionen hoch.»

Nach einem regelrechten Probenmarathon und vielen Stunden des Auswendiglernens sind nun auch die Schauspielerinnen und Schauspieler bereit, in ihre Rollen zu schlüpfen und die Reise in die Vergangenheit zu wagen.

Oliver, der Unterdrückte: Als Waisenkind hat es der Protagonist des Musicals schwer. Im Waisenhaus wird er unterdrückt. Als er in eine Räuberbande aufgenommen wird, stiehlt er zwar nicht, wird aber trotzdem verhaftet. Die Rolle wird von Micha Stoller gespielt, der Oliver als eine Person beschreibt, die sich immer für ihre Freunde einsetzt und kein Einzelgänger ist. «Für mich war es nicht sehr schwierig, mich in die Rolle von Oliver hineinzuversetzen», sagt Stoller. «Ich selber wurde drei Jahre lang gemobbt. Durch das Musical konnte ich nun eine negative Erfahrung in eine positive ver­wandeln.»

Nancy, die Hilfsbereite: «Sie ist eine Beschützerin, die immer an das Gute im Menschen glaubt», sagt Samira Pulfer, die diese Rolle gemeinsam mit Anja Lüthi übernimmt. Nancy ist eine von mehreren doppelt besetzten Rollen, die während der Aufführung von beiden Schauspielerinnen beziehungsweise Schauspielern gespielt wird. Der Charakter Nancy sei aber nicht nur sehr hilfsbereit und beschützerisch, sondern auch ein wenig naiv. «Sie glaubt immer wieder daran, dass Bill, ihr Freund, sie wirklich mag, obwohl er sie schlecht behandelt und schliesslich umbringt.»

Fagin, der Widersprüchliche: Als Chef der Diebesbande, die Oliver festhält, ist er eine etwas widersprüchliche Figur: Auf der einen Seite kümmert er sich um obdachlose Kinder, auf der anderen macht er sie zu Kriminellen. «Fagin ist ein sehr komplexer Charakter. Wir haben in der Schule aber eine Verfilmung von ‹Oliver Twist› geschaut, dadurch konnte ich mich besser in die Rolle hineinversetzen», sagt Erik Ramseier. Für Lia Hofmann, die ebenfalls die Rolle des Fagin übernimmt, war von Anfang an klar, dass sie einen ­zwielichtigen Charakter spielen wird: «In Theateraufführungen spiele ich immer den Bösen», sagt sie. «Meine Rollen enden eigentlich immer entweder im Knast oder im Grab.»

Bill, der Aggressive: «Ich bin das grösste Arschloch im ganzen Stück», sagt Philipp Ryter, der Fagins aggressiven Businesspartner Bill spielt. «Es war cool, mich in eine so spezielle Rolle ­hineinzuversetzen, es war aber auch sehr anspruchsvoll», sagt er. Aufgrund der Natur seines Charakters müsse er das ganze Stück über aggressiv bleiben, was nicht ganz leicht sei. «Ich freue mich aber schon auf die Aufführungen, wenn ich meine Familie im Publikum sehen werde und sie hoffentlich stolz auf mich ist», sagt Ryter.

Aufführungsdaten: Dienstag, 5. Juni, 19.30 Uhr; Mittwoch, 6. Juni, 19.30 Uhr; Samstag, 9. Juni, 19.30 Uhr und Sonntag, 10. Juni, 17 Uhr. Die Aufführungen finden in der Aula Schönau in Steffisburg statt. Tickets können im Vorverkauf via Ticketfrog.ch/olivertwist oder bei Bücher Lüthi Steffisburg (033 437 36 35) oder an der Abendkasse bezogen werden.

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