Drei Millionen für die Schule Uebeschi

Uebeschi

Die Schule soll künftig der Mittelpunkt Uebeschis sein. Dafür werden die Räume zentralisiert und erneuert, die Abläufe in der Mehrzweckhalle optimiert, und ein offener Durchgang wird Ober- und Unterdorf verbinden.

An der Gemeindeversammlung vom Montagabend zeigten 55 von 61 anwesenden Bürgerinnen und Bürgern aus Uebeschi Mut zum Handeln. Die 12 Prozent der Stimmberechtigten bewilligten einen Verpflichtungskredit von 3 Millionen Franken für das Projekt «Altes Schulhaus – Schmitte».

Mit diesem Schritt sagte die grosse Mehrheit auch Ja zur eigenen Schule: «Die Schule soll im Dorf bleiben und zum Zentrum in unserer Gemeinde werden», so Gemeindepräsident Hanspeter Wenger. Mit dem Ja zum Projekt wurde der für die Neuerungen notwendige Landabtausch der Parzelle Alte Schmitte mit der Parzelle Altes Schulhaus bewilligt. Der heutige Besitzer des Areals Schmitte hat dem Abtausch zugestimmt.

Alles unter einem Dach

Mit dem Aus- und Anbau im und beim Mehrzweckgebäude werden unter anderem Räume geschaffen für den Kindergarten, die Spielgruppe und das textile Werken, die sich derzeit alle noch im alten Schulhaus befinden. Dazu kommen Räume für Gruppenarbeiten, Sitzungszimmer und Arbeitsräume für Lehrkräfte.

Weiter sind Anpassungen an die Sicherheit der Benutzer, der Einbau eines Lifts für den Zugang zu den Schulräumen und der Neubau einer Wohnung für den Abwart vorgesehen. Für die Anlässe der Vereine wird die Office-Situation in der Mehrzweckhalle optimiert – «was schlussendlich der gesamten Bevölkerung zugutekommt», so der Gemeindepräsident weiter.

Lange gewartet

Auf diesen Schritt hat man in der Gemeinde mit 686 Einwohnern lange gewartet. In den letzten Jahren sei viel diskutiert, abgewogen und verworfen worden, so Wenger weiter. Die verschiedenen Neubauten, die derzeit entstehen und noch entstehen werden, haben die Stimmberechtigten möglicherweise dazu beflügelt, das Wagnis einzugehen.

Die Schule soll zum Zentrum des Dorfs und ein Mittelpunkt für die Bürger werden. Wie Architekt Rolf Nöthiger (ANS Architektur und Planer SIA AG Worb) berichtete, wird das Vorhaben durch die Realisierung einer offenen, durchgehenden Pausenhalle im Gebäude und einer Treppe, die das obere mit dem unteren Dorf verbinden soll, unterstützt.

«Dieses Projekt wird keine Steuererhöhung zur Folge haben», so Hanspeter Wenger. Unvorhersehbares im Dorf könne ­jedoch niemand voraussagen. Im Vorfeld genau analysiert haben der Gemeinderat und die Finanzverwalterin Gisela Roth die Zahlen: Anhand des Finanzplanes zeigte Roth auf, dass die Tragbarkeit der Investition gewährleistet sei.

Nach drei Defiziten zwischen 2019 und 2021, die unter 100'000 Franken liegen, ist 2022 wieder ein kleiner Ertragsüberschuss budgetiert. Für das Projekt «Altes Schulhaus – Schmitte» müssen 2,3 Millionen Franken Fremdkapital aufgenommen werden. «Bei gleich bleibendem Steuerfuss von derzeit 2,0 kann die Gemeinde die Zinsen und den Abschreibungsaufwand verkraften», so Roth.

Defizit von 130'000 Franken

Dass sie optimistisch in die Zukunft schauen, zeigten die Anwesenden mit der einstimmigen Genehmigung der Rechnung 2017. Sie schliesst im Gesamthaushalt, bei einem Aufwand von 3,078 Millionen und einem Ertrag von 2,947 Millionen, mit einem Aufwandüberschuss von 130'579 Franken ab. Im allgemeinen Haushalt beträgt das Defizit 163'756 Franken. Gut dotiert sind die Spezialfinanzierungen: Wasser, Abwasser und Abfallentsorgung schliessen alle mit einem Ertragsüberschuss ab.

Während der Diskussion zum geplanten Ausbau der Schule zeigten die Voten, dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter dem Vorhaben steht. Für den Gemeindepräsidenten war das Ja und damit der Mut zum 3-Millionen-Projekt eine Bestätigung für das Handeln des Gemeinderates, was er gegenüber den Anwesenden auch zeigte: «Es ist ein gutes Gefühl zu spüren, dass die Bevölkerung hinter dem Gemeinderat steht.»

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt