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Digitale Gästekarte soll gezielter auf Angebote hinweisen

TOI goes digital: An der ausserordentlichen Mitgliederversammlung der Tourismusorganisation wurde der künftige «eGästebegleiter» vorgestellt.

TOI-Präsident Erich Reuteler stellte am Donnerstag die neue digitale Gästekarte vor.
TOI-Präsident Erich Reuteler stellte am Donnerstag die neue digitale Gästekarte vor.
Bruno Petroni

Erich Reuteler, Präsident der Tourismusorganisation Interlaken (TOI), sprach von einer moderaten Digitalisierung. Ab Ende 2020 werden Gäste der Region über eine digitale Gästekarte, genannt «eBegleiter», verfügen können. Er soll zu einer noch gezielteren Gästelenkung führen.

Er entsteht in Zusammenarbeit mit der Jungfrau-Region Tourismus AG sowie den Jungfraubahnen und ist angemeldet für einen finanziellen Beitrag aus der neuen Regionalpolitik. Eingebunden ist der öffentliche Verkehr, die Kommissionen bleiben bei TOI und den Partnern, und die Digitalisierung soll das Meldewesen vereinfachen.

Gezeigt wird den Gästen auf dem Display, was sie alles zu vergünstigten Bedingungen unternehmen können. Die Teilnahme am Marktplatz ist freiwillig. TOI bietet ein eLearning und neu auch ein eFitness-Programm an, damit Interessierte sich mit der Materie besser auskennen lernen.

Mit diesem Schritt eröffneten sich Interlaken laut der Medienmitteilung von TOI in absehbarer Zeit zusätzliche Möglichkeiten. Die traditionelle Gästekarte wird parallel erhalten bleiben. Sie ermöglicht aktuell zum Beispiel das Gratisfahren mit dem Skibus, der auch diesen Winter wieder fährt.

«Zu wenig Hotelbetten»

65 Prozent der Logiernächte werden im Sommer erzielt. TOI-Direktor Daniel Sulzer wies darauf hin, dass Interlaken im Sommer eventuell nicht am Boom der Logiernächte teilnehmen könne, welche die KOF-Tourismusprognose der ETH Zürich bis 2021 voraussagt. Der Grund: Es gebe zu wenig Hotelbetten. Er rief dazu auf, bestehende Hotels zu erweitern und neue zu schaffen.

Die aktuellen Zahlen weisen wiederum auf ein sehr gutes Tourismusjahr hin. Bei den Hotellogiernächten zeichnet sich von Januar bis Oktober gegenüber dem Super-Vorjahr ein minimaler Rückgang ab, die Hostels erzielten 5,9 Prozent mehr Logiernächte und die Campingplätze sogar 9,2 Prozent mehr.

In Sachen Veränderungen im Tourismus, die zum Anstieg der Übernachtungszahlen in Ferienwohnungen führen, wies Sulzer darauf hin, dass TOI keine Behörde sei, sich aber für «gleich lange Spiesse für alle Beherberger» einsetze.

TOI verstärkt seine Aktivitäten Richtung Winter. Dazu gehören Ice-Magic und ein «sehr attraktives Package», das zu einer längeren Aufenthaltsdauer anregen soll.

An der Versammlung, die von 163 Mitgliedern und 29 Gästen besucht wurde, wurde traditionell neben Facts über von TOI besuchte Märkte und Messen auch etwas Entertainment geboten: Top-Regionsbilder und Video- und Printmedienbeiträge über Interlaken mit manchmal etwas schrägen Schwerpunkten.

Ein Live-Höhepunkt war, als Sulzer und Reuteler kurz ein Bein hoben und ihre hellblauen Socken, bedruckt mit dem TOI-Berg-und-See-Logo, zeigten. In Ländern, wo traditionell die Schuhe ausgezogen werden, fänden sie besondere Beachtung, sagte Reuteler.

9,24 Millionen Umsatz

An der sogenannt ausserordentlichen Versammlung, die jedes Jahr stattfindet, wird den Mitgliedern jeweils das Budget vorgelegt. Das für die Finanzen zuständige Vorstandsmitglied Robert Grau stellte es vor. Der budgetierte Umsatz liegt bei 9,24 Millionen Franken. Erwartet werden Einnahmen von 3,35 Millionen Franken bei den Kurtaxen.

Der Personalaufwand beträgt 2,4 Millionen Franken. Für Kurortseinrichtungen will TOI 1,2 Millionen Franken aufwenden, für das Marketing 3,14 Millionen Franken. Neben dem Budget bewilligte die Versammlung auch einen Beitrag von 100'000 Franken und eine Defizitgarantie von 70'000 Franken an Ice-Magic.

Damit die Organisation ein bisschen sparen und den administrativen Aufwand senken kann, liess der Vorstand die Statuten so ändern, dass sie in Zukunft als eine Gesellschaft mit öffentlichem Zweck nicht mehr steuerpflichtig ist.

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