Die Untersuchung läuft, um die Randalierer zu identifizieren

Thun

Nach den erneuten Problemen mit ein paar FC-Thun-Fans am Match vom Samstag werden die Abklärungen zur ­Identifikation der randalierenden Querulanten intensiviert.

Einige FC-Thun-Fans randalierten am Samstag in der Innenstadt.

Einige FC-Thun-Fans randalierten am Samstag in der Innenstadt.

(Bild: Patric Spahni)

«Buhrufe während des Live­musik­auftritts am vorletzten Spiel, der vermehrte Einsatz von Pyros, die Schlägereien und Festnahmen vom Wochenende sind ein Problem», sagt FC-Thun-Präsident Markus Lüthi auf Anfrage. Dies müsse wieder ändern: «Die Gewalt und die Störaktionen durch randalierende Fans dürfen nicht weiter zunehmen beziehungsweise müssen wieder zurück in den Toleranzbereich gebracht werden, der jetzt ver­lassen worden ist.»

Gerade aus diesem Grund sei die neue Vereinbarung so wichtig, in welcher der FC Thun, die Polizei und die Stadt den gemeinsamen Umgang nach solchen Vorfällen geregelt haben. «Um auch rechtlich vorgehen zu können, laufen derzeit die Untersuchungen. Sodass die Drahtzieher und treibenden Kräfte identifiziert und geahndet werden können», weiss er.

Markus Lüthi bedauert, dass solche Ausschreitungen den Club beeinträchtigen. «Es ist klar und zugleich verständlich, dass sich Sponsoren, Matchbesucher und auch die Bevölkerung darüber aufregen – und dies wiederum dem FC Thun schadet.»

Vielleicht 0,2 Prozent

Lüthi schätzt, dass die treibenden Kräfte für solche zerstörerischen Aktionen bei Fussballmatchs vielleicht ein Dutzend Personen sind und womöglich von ähnlichen oder sogar den gleichen Gruppierungen, die auch andernorts in der Gesellschaft wüten. «Wenn wir von einem Durchschnitt von rund 6000 Besucherinnen und Besuchern pro Match ausgehen, wären vielleicht 0,2 Prozent von ihnen Randalierer – und in jedem Fall weniger als 1 Prozent der Anwesenden im Stadion», schätzt der Präsident. «Doch diese Personen werden im Stadion und meistens auch in den Medien gehört und gesehen – und diese Aufmerksamkeit ist ihr Ziel.» Die anonyme Fussballwelt biete ihnen offensichtlich eine geeignete Plattform für ihre Rebellion und ihre Störaktionen.

Das weisse Tuch, welches am Samstag nach der Pause beim Block Süd hingehalten wurde und mit Grossbuchstaben einen anderen Präsidenten forderte, sei eine Reaktion auf seinen Aufruf zu Toleranz, dass Fussballfans auch Kultur im Stadion zu akzeptieren hätten. «Ich weiss mittlerweile, wie ich mit solchen Angriffen umgehen kann», sagt Markus Lüthi.

Elf Fangruppen, aber ungeeint

Dem FC-Thun-Präsidenten sind elf Fan­organisationen bekannt, die insgesamt zwischen 300 und 400 Mitglieder umfassen würden. «Leider», bedauert Markus Lüthi, «sind sie untereinander nicht ­koordiniert, sondern sogar teilweise zerstritten.» Das erschwere sowohl den Dialog wie auch den Kontakt zu den Fanorganisationen. «Doch am wichtigsten ist uns allen», betont der Präsident, «dass wir nie vergessen, dass die grosse Mehrheit Freude am Fussball und den Spielen hat und unseren Club unterstützt.»

Wie der FC Thun ist auch die Stadt aktiv und in der Sache engagiert. «Im Moment ist die Polizei damit beschäftigt, die Personen zu identifizieren, welche uns rund um die Fussballspiele Probleme bereiten», ergänzt Gemeinderat Peter Siegenthaler (SP) auf Anfrage. Er weilt zwar in den Ferien, ist jedoch über den Stand der momentanen Ermittlungen informiert. «Ich bin zuversichtlich, dass wir bald mehr wissen.»

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt