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Das Casino-Areal hat für den Gemeinderat keine Priorität

Wie geht es mit dem Casino-Areal weiter? Das wollte die SVP-Fraktion im Stadtrat wissen. Für die Regierung haben andere Gebiete Priorität. Zumal da beim Casino eine «angemessene Rendite» erzielt werde.

Das Casino-Areal an der Hofstettenstrasse. Foto: Michael Gurtner
Das Casino-Areal an der Hofstettenstrasse. Foto: Michael Gurtner

Einst rollte hier der Rubel: Ab 1993 lockte das Casino Thun – früher als Kursaal vor allem bei Tanzfreudigen beliebt – mit Geldspielautomaten die Massen an. Bis der Bund dem 2002 einen Riegel vorschob und im Casino nur noch Geschicklichkeitsautomaten zuliess. Zehn Jahre später kaufte die Stadt Thun die 4500 Quadratmeter grosse Casinoparzelle inklusive Gebäude. Seither sind wieder sieben Jahre ins Land gezogen.

Wie sieht die Situation rund um das Casino heute aus? Diese Frage stellten sich die SVP-Stadtratsfraktion und weitere Mitunterzeichnende in einer im November 2018 eingereichten Interpellation. Im Hinblick auf die Stadtratssitzung vom Donnerstag liegt die Antwort des Gemeinderats vor. Er hält fest, dass sich die bauliche Situation seit dem Kauf der Liegenschaft nicht verändert habe.

«Das Areal im historischen Vorstadtgebiet am rechten Aareufer ist für die Stadt wertvoll und sollte sorgfältig beplant werden», hält die Stadtregierung fest. Seit 2012 habe es keine Anfragen für eine Nutzung der Parzelle gegeben. Und: «Die Stadt erzielt mit den gegenwärtigen Nutzungen eine angemessene Rendite.»

Eine Nachfrage bei der Stadt ergibt Genaueres zu Rendite und Nutzung: Letztere besteht einerseits aus dem öffentlichen Parking, das ins Parkleitsystem der Stadt integriert ist. Andererseits ist das Obergeschoss vermietet – hauptsächlich an die Firma Golden Games Peter Schorno. Einzelne Büro- und Lagerräume können zudem an Dritte vermietet werden. Nach Angaben der Stadt warf die Liegenschaft im letzten Jahr eine Bruttorendite von 4,9 Prozent ab. Der Mietertrag betrug gut 117 000 Franken.

Fokus liegt anderswo

Die SVP-Fraktion wollte weiter wissen, welche konkreten Ziele der Gemeinderat bei der Entwicklung des Casino-Areals verfolge. Dieser verweist auf die drei Strategien des Stadtentwicklungskonzepts STEK 2035 zur baulichen Entwicklung: «Bewahren», «Weiterentwickeln» und «Neuorientieren». Das Gebiet beim Casino fällt in die zweite Kategorie – und hat damit nicht Priorität.

Denn: Der Fokus der Stadtentwicklung liege momentan auf Gebieten, die zur Kategorie «Neuorientieren» zählen. Erwähnt werden Bostudenzelg, Siegenthalergut, Rosen­au-Scherzligen, Gwattstrasse und Rösslimatte. Entsprechend würden die Ressourcen eingesetzt. Der Handlungsdruck beim Casino-Areal erscheine dem Gemeinderat nicht allzu gross – auch aufgrund der erzielten Rendite.

Die Entwicklung des Casino-Areals ist also noch nicht definiert – sobald sich etwas tut, soll aber laut Gemeinderat aufgrund der wertvollen Lage ein «qualitätssicherndes Verfahren» angewendet werden. Die Regierung hält weiter fest, dass sie zum heutigen Zeitpunkt keine strategische Option definitiv ausschliessen wolle, also auch nicht einen in der Interpellation erwähnten möglichen neuen Kursaal an diesem Standort.

Zum Interesse privater Investoren am Areal äussert sich der Gemeinderat nicht, weil das Areal nie ausgeschrieben worden sei. «Aufgrund der hervorragenden Lage der Parzelle könnte sich der Gemeinderat aber vorstellen, dass die Nachfrage im Falle einer Ausschreibung gross sein wird.»

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