«Das Album gibt sehr viel von meinem innersten Wesen preis»

Sergio-Maurice Vaglio hat eine 20-jährige Musicalkarriere hinter sich und stand unter anderem bereits viermal auf der Bühne der Thuner Seespiele. Kürzlich veröffentlichte er «Pyramid», sein drittes Studioalbum.

Sergio-Maurice Vaglio geht mit seiner neuen CD auf Tour.

Sergio-Maurice Vaglio geht mit seiner neuen CD auf Tour.

(Bild: PD)

«Mein Ziel war es, ein Projekt zu starten, an dem ich Freude habe, das mich beflügelt und mit welchem ich mich ausleben kann», sagt Sergio-Maurice Vaglio (48) zu seinem neuen Soloprojekt. Am 1. November erschien unter seinem Pseudonym Sophos das neue Album «Pyramid». Am nächsten Tag war das Album auf Platz 12 in den Swiss Album Charts auf Cede.ch.

«Das Album gibt sehr viel von meinem inners­ten Wesen preis», sagt der Musiker und ist glücklich, dass sein 80er-Jahre-Trip-Hop-Sound gut anzukommen scheint. Der in Thun geborene und in Interlaken aufgewachsene Vaglio absolvierte nach der Grundschule vorerst das KV. Später zog es ihn ­jedoch Richtung Musik.

Mit 20 Jahren ging Vaglio an das Konservatorium in Bern, um sich in Gesang und Schauspiel ausbilden zu lassen. Vor einigen Jahren absolvierte der Thuner noch ein dreijähriges Studium zum Traumatherapeuten. Seinen heutigen Haupterwerb erzielt er durch das Reisebüro Vaglio Reisen in Bern, welches er von seinen Eltern übernommen hat.

20 Jahre auf der Bühne

Nach der Schauspielschule stand Sergio-Maurice Vaglio zwei Jahrzehnte lang auf der Bühne, wo er in unzähligen Stücken und Musicals mitwirkte. Meistens spielte er dabei den «Bad Guy», wie er selbst sagt. «Diese Rollen sind immer ähnlich gestrickt, auch musikalisch ist es immer gleichartig», ist seine Meinung. Nach 20 Jahren Bühnenerfahrung hatte der Musiker genug vom Schauspiel.

Seine Begründung: «Wenn jemand mit diesem Job das tägliche Brot verdienen möchte, muss man sehr viele Dinge tun, die einem nicht entsprechen.» Ein weiterer Grund, den Vaglio dazu bewog, die Musicalbühne hinter sich zu lassen, war seine eigene kreative Ader. «Meine eigene Musik hatte während dieser Zeit einfach keinen Platz mehr», sagt er.

«Begonnen, Songs zu schreiben, habe ich mit 15 Jahren in der Schülerband», erinnert sich Va­glio. «Wenn ich mir vornehme einen Song zu schreiben, und mich dafür ans Klavier setze, passiert jedoch meistens nichts», sagt der Musiker und meint lachend, er wäre kein guter Auftragskomponist.

Es gebe aber Momente, wo es «einfach sprudelt und plötzlich ganz schnell geht». Solch einen Moment hatte Vaglio, als er das Schauspielern an den Nagel hängte, damals habe er in kürzester Zeit etwa zehn Lieder komponiert. Einige davon sind auf seiner neuen Platte «Pyramid» zu hören.

Schwierige Suche

Für einen Musiker sei es immer schwierig, Produzenten zu finden, die unterstützend und nicht einengend seien, was die Songs angehe. Den richtigen Produzenten für sein aktuelles Album zu finden, war auch für Vaglio eine Suchaktion: «Keiner hat verstanden, was ich wirklich wollte», sagt er nachdenklich. Nicht zuletzt führte ihn diese Suche sogar zum Produzenten der isländischen Sängerin Björk.

Doch wie andere Produzenten vor ihm wollte auch dieser Sophos in eine Schublade stecken, welche dem Künstler nur wenig Freiheit garantiert hätte, sagt er. Fündig wurde Vaglio bei dem Produzenten von Lunik und dessen Kollegen: «Ich kannte Luk Zimmermann, den Produzenten von Lunik, bereits, und er hat mich dann Slade Templeton vorgestellt.»

Name aus dem Griechischen

Einen passenden Namen für ein Musikprojekt zu finden, sei immer das Schwierigste, sagt Sergio-Maurice Vaglio. Für ihn war aber klar, dass er keinen englischen Künstlernamen wollte. Auf das Pseudonym Sophos brachte ihn die Frau von seinem Produzenten Slade Templeton: «Sie war der Ansicht, dass der Name in Griechisch sein sollte.»

Sie sei dann einmal auf das Wort «sofós» gestossen, was übersetzt «der Weise» heisse: «Ich dachte, es tönt noch schön», sagt Vaglio. Er selbst hat italienische und griechische Wurzeln und fand den Namen nicht zuletzt auch deshalb passend. Er fügt lachend hinzu, dass der Name schliesslich auch zu seinen immer ­weisser werdenden Haaren ­passe.

Im Rahmen seines neu veröffentlichten Albums wird Sophos dieses Jahr auf Tour gehen. Vom Frühling bis in den Herbst wird Sergio-Maurice Vaglio um die 15 Konzerte in der Schweiz spielen; wie viele es genau werden, ist noch nicht klar. Beginnen wird die Tour am 5. März in der Romandie – im Zelig in Lausanne. Die Vorfreude auf die Konzerte ist gross: «Ich finde es immer schön, live auf der Bühne zu stehen», sagt der Musiker mit einem Lächeln im Gesicht.

Weitere Informationen: www.sophosmusic.com

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