Zum Hauptinhalt springen

Interlaken senkt die Steuern

Im nächsten Jahr sinkt der Steuersatz in Interlaken um ein Zehntel auf 1,67. Der Entscheid war deutlich.

Interlaken hat das Budget mit einer Steuersenkung angenommen.
Interlaken hat das Budget mit einer Steuersenkung angenommen.
Bruno Petroni

Die Interlakner Einwohner zahlen im nächsten Jahr weniger Steuern. Sie stimmten am Wochenende dem Budget 2020 mit einer Senkung des Steuersatzes von bisher 1,77 auf neu 1,67 zu. Der Entscheid an der Urne war überaus deutlich: 1214 Ja (92 Prozent) gegen 100 Nein (8 Prozent) angenommen. Die Stimmbeteiligung lag bei 42,2 Prozent.

Damit entsprach die Mehrheit dem Wunsch des Parlamentes: Der Grosse Gemeinderat hatte in seiner Sitzung vor einem Monat ebenfalls relativ knapp, mit 15 gegen 11 Stimmen, einen von EDU/EVP unterstützten Antrag der SP und der Grünen abgelehnt, der den Steuersatz unverändert auf 1,77 belassen wollte.

Hans Romang von der SP hatte damals vor einer Neuverschuldung gewarnt und an weitere grosse Projekte wie die Sanierung der Sekaula erinnert. SVP und FDP hingegen folgten der Argumentation von Finanzvorsteher Philippe Ritschard (FDP), der die Neuverschuldung angesichts tiefer Zinsen als verkraftbar bezeichnete und zum lange gehegten Wunsch nach einer Steuersenkung festhielt: «Jetzt ist die Zeit gekommen.»

Verschuldung «verkraftbar»

Philippe Ritschard dürfte sich gestern über das Abstimmungsergebnis entsprechend gefreut haben, war aber nicht erreichbar. Für Gemeindepräsident Urs Graf (SP) ist es «ein erfreuliches Resultat, das zeigt, dass die Bevölkerung mit dem eingeschlagenen Weg einverstanden ist». Die prognostizierte Neuverschuldung basiere auf den Investitionen, sei «verkraftbar und ist pro Kopf nicht hoch», sagte Urs Graf.

276'900 Franken Gewinn

Das Budget 2020 rechnet bei ­unveränderten Liegenschaftssteuern von 1,5 Promille und ­unveränderter Hundetaxe von 100 Franken mit einem Gesamtertrag von 40,84 Millionen Franken und einem Ertragsüberschuss von 276'990 Franken. Noch rund 21000 Franken höher liegt der budgetierte Überschuss beim allgemeinen Haushalt, also ohne die Spezialfinanzierungen Abfall, Abwasser und Liegenschaften Finanzvermögen.

Für das nächste Jahr sind Nettoinvestitionen von rund 11,5 Millionen Franken veranschlagt, davon 9 Millionen Franken allein im Abwasserbereich. Der daraus resultierende Fehlbetrag bei der Finanzierung beträgt fast 7 Millionen Franken. Dies wiederum bedeutet eine ungenügende Selbstfinanzierung von 39 Prozent, womit gemäss dem Text der Abstimmungsbotschaft «eine Neuverschuldung wahrscheinlich ist».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch