Zum Hauptinhalt springen

Brocante zieht nach wie vor Scharen an

Wenn Hunderte von Besuchern nach Raritäten und Kuriositäten stöbern, ist in der Thun-Expo Brocante. Eindrücke von der 25. Ausgabe der Ausstellung.

Andreas Tschopp
Was des Sammlers Herz begehrt: An der Thuner Brocante sind Raritäten- und Kuriositätenjäger in ihrem Element.
Was des Sammlers Herz begehrt: An der Thuner Brocante sind Raritäten- und Kuriositätenjäger in ihrem Element.
Andreas Tschopp

Wie einst bei der Gant im Armeemotorfahrzeugpark stehen sie an, um als Erste eingelassen zu werden zur Antiquitätenausstellung Brocante auf dem Areal der Thun-Expo: die Jäger, die auf eine besondere Rarität oder Kuriosität für ihre Sammlung aus sind.

Dieser Leidenschaft fürs Sammeln sind keine Grenzen gesetzt, wie auch ein Blick in die Auslage beweist. Von Bildern und Büchern über Puppen und Spielzeug zu Mobiliar und Einrichtungsgegenständen aller Art reicht das Angebot an der Brocante, die in Thun am zweiten Wochenende des Monats Februar ihre 25. Auflage erlebte.

110 Aussteller, 21 warten

Initiant und Organisator der Ausstellung ist Peter Boss, der dies als Hobby betreibt neben seinem Malergeschäft, das er seit 45 Jahren führt. Er hat selber auch einen Stand, wo er in diesem Jahr schwerpunktmässig Krüge mit geformtem Ausguss feilbot, aber auch alte Fahrradplaketten und sitzende Figuren, die er aus Beisszangen geformt hat. 110 Aussteller beteiligten sich gemäss Boss an der Jubiläumsausgabe.

«Ich könnte weitere Aussteller aufnehmen, will aber nicht mehr als eine Halle füllen.»

Peter Boss, Initiant und Organisator der Thuner Brocante

Sie erhielten eine mit ihrem Namen versehene Plakette als Andenken. «Ich könnte weitere Aussteller aufnehmen, will aber nicht mehr als eine Halle füllen. Das reicht, basta», erklärt Peter Boss, der als Organisator überall präsent ist und mithilft. So hängte er kurz vor dem Start am Freitag noch ein Werbeplakat auf und machte eine Durchsage, dass die Durchgänge nicht mit Waren verstellt werden dürften.

Seit acht Jahren ist die Thuner Brocante international ausgerichtet. Nach Holländern und Franzosen sind heuer vorab die deutschsprachigen Nachbarländer als Aussteller vertreten. «Es gibt welche, die das ganze Jahr auf Einkauftour sind und Waren nur hier anbieten», erklärt Peter Boss. Wie er mit Verweis auf die Warteliste mit 21 Namen betont, stellen die Internetmarktplätze keine grosse Konkurrenz dar.

Es sei «das pure Gegenteilt», meint Boss, weil die Besucher die gesuchte Ware gerne direkt in Augenschein nehmen und prüfen möchten. Auch der mit der Klimadiskussion aktuelle Recyclingboom schade der Brocante nicht. Vielmehr werde Ware extra restauriert, sagt Boss und zeigt auf kunstvoll geschwungene Badarmaturen, die sein Standnachbar an der dreitägigen Ausstellung anbot.

Hälfte übernachtet hier

In dieser Zeit übernachte die Hälfte der Aussteller in örtlichen Hotels und strömten Tausende Besucher in die Stadt, betont Peter Boss die volkswirtschaftliche Bedeutung der Brocante für Thun. Nachdem frühere Gemeinderätinnen regelmässig die Ausstellung besuchten, vermisst der Organisator heute ein solches Zeichen der Wertschätzung von der Stadt. Mit der Leitung der Thun-Expo jedoch hat Peter Boss einen Vertrag bis 2025.

Bis dahin will der 67-Jährige weitermachen und wird nach dem Aufstellen ab vergangenem Dienstag bis Montagabend mit seinen Leuten auch das Aufräumen besorgen. Unter den Besuchern gab es am Starttag jenen, der stolz eine erstandene Holzfigur davontrug, aber auch einen, der das gesuchte Kinderbuch aus vergangenen Tagen an einem Stand nicht finden konnte und enttäuscht weiterzog.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch