Baustart für Parking im Schlossberg – Einsprecher werden entschädigt

Thun

Der Verwaltungsrat der Parkhaus Thun AG verkündet den Baustart für das Parking im Schlossberg. Dies, obwohl die Vereinbarung mit den Einsprechern noch nicht unterzeichnet ist.

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«Es kann losgehen.» Mit diesen drei Worten brachte es Raphael Lanz, Stadtpräsident und Verwaltungsratspräsident der Parkhaus Thun AG, an der gestrigen Medienorientierung zum Parking im Thuner Schlossberg auf den Punkt. Etwas mehr als ein Jahr nach der Eingabe des Baugesuchs hat der Verwaltungsrat am Montagabend den Baustart beschlossen. «Mit den Einsprechern konnte eine Einigung erzielt werden», führte der SVP-Politiker aus.

Der Schönheitsfehler an der Sache: Noch fehlen die Unterschriften unter dem Dokument. Für Freitag ist ein Treffen mit den drei Einsprecherparteien terminiert. Die Parkhaus Thun AG hatte sich aufgrund von Befürchtungen, Gebäude könnten durch Erschütterungen bei den Bauarbeiten beschädigt werden, bereit erklärt, zusätzliche geologische Abklärungen vorzunehmen.

Zudem erhalten die drei Parteien sogenannte Inkonvenienzentschädigungen. Die Summe bleibt geheim: «Wir haben Stillschweigen vereinbart», sagte Andreas W. Maurer, Parkhaus-Thun-Geschäftsleiter. Nach Unterzeichnung der Vereinbarung rechnet Raphael Lanz damit, dass «die Baubewilligung in den nächsten Tagen erteilt werden kann».

Nadelöhr Hauptgasse

Bereits am 3. August hatte Regierungsstatthalter Marc Fritschi eine Teilbaubewilligung für den Fussgängerzugang von der Oberen Hauptgasse 29 her verkündet. Dank dieser konnten bereits Haustechnikarbeiten, archäologische Grabungen sowie Vorarbeiten umgesetzt werden. «Nach dem Ausschiesset wird innerhalb von 26 Wochen der Rohbau erstellt», führte der zuständige Architekt Heinz Brügger aus.

Das Aushubmaterial muss über die Hauptgasse abtransportiert werden. Brügger spricht von einem Nadelöhr – die engen Verhältnisse gestatten nur Arbeiten in Kleinetappen. Es werde alles daran gesetzt, unvermeidliche Emissionen und Behinderungen in diesem sensiblen Bereich so gering wie möglich zu halten. Anwohner, Liegenschaftsbesitzer und Ladenbetreiber wurden gestern an einer Infoveranstaltung über die Einschränkungen informiert.

Brügger betonte: «Die Durchfahrt wird frei bleiben, da auch Notfallfahrzeuge verkehren können müssen.» Einzig maximal einmal pro Woche werde die Hauptgasse nach Ladenschluss für kurze Zeit gesperrt. Für die Baustelleninfrastruktur müssen sechs Parkplätze aufgehoben werden – «wir suchen noch nach Lösungen für Ersatzplätze», sagte Heinz Brügger. Veloparkplätze würden in Richtung Rathausplatz verschoben. Der Tunnel zwischen dem Fussgängereingang in der Hauptgasse und dem neuen Parkhaus wird später vom Parking her erstellt.

Vortrieb ab Anfang 2016

Die Planungen zum eigentlichen Parking sind weit fortgeschritten: «Die Risiken hinsichtlich Sicherheit, Geologie, Vortrieb, Setzungen und Ausbau wurden mit Spezialisten sowie einem zusätzlichen Gutachter minutiös geprüft und bedarfsweise über zusätzliche Massnahmen minimiert», heisst es in der Medienmitteilung der Parkhaus Thun AG.

Beat Aeschbacher, Gesamtprojektleiter bei der Parkhaus Thun AG, betonte, die Sicherheit habe absolute Priorität. Jürg Pfluger, Projektleiter bei der Arbeitsgemeinschaft «ARGE Marti Schlossberg», führte aus, dass etwa dauernde Überwachungsmassnahmen bezüglich allfälliger Setzungen oder Erschütterungen umgesetzt würden. Für Oktober sind die Anpassungen an der Burgstrasse, der Abbruch der Liegenschaft Burgstrasse 17 sowie die Installationsarbeiten geplant. Die Burgstrasse wird während der gesamten Bauzeit zweispurig befahrbar bleiben. Nach der Erstellung der Baugrube erfolgt laut Beat Aeschbacher ab Anfang 2016 der eigentliche bergmännische Vortrieb mit der sogenannten Teilschnittmaschine. Sprengungen sind nicht notwendig.

Kran auf der Burgstrasse

Parallel zu den Arbeiten an der Burgstrasse erfolgt der Bau des Zugangs auf dem Schlossberg. Der Vertikalschacht wird vom Schlossberg her erstellt – der Eingang befindet sich vor dem sogenannten Abzughaus in der bestehenden Mauer. Der Transport des Aushubs und die Betonanlieferungen erfolgen mit einem Kran von der Burgstrasse aus. Die Zugänge zu den Liegenschaften auf dem Schlossberg sind nicht eingeschränkt.

Für die Vortriebsarbeiten rechnet die Parkhaus Thun AG rund 1,5 Jahre ein. Danach erfolgt der Innenausbau. Vor der Inbetriebnahme des Parkings Schlossberg wird der Kreisel an der Burgstrasse fertiggestellt. Die Eröffnung des Parkings ist für den Spätsommer 2018 vorgesehen.

Stadtpräsident Raphael Lanz verwies auf den vorgestern bekannt gewordenen neuen Zeitplan beim zweiten aktuellen Grossprojekt, dem Bypass Thun-Nord – dieser wird ein Jahr früher als geplant und damit Ende 2018 fertig: «Die Projekte sind jetzt gut aufeinander abgestimmt», sagte Lanz mit einem Schmunzeln.

Thuner Tagblatt

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