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«Aschis» Nussgipfel waren Kult

Die Oberländer Radsportszene trauert wegen des überraschenden Hinschieds des umtriebigen Radsportförderers Ernst Grab. Den Alt-Bäcker-Konditor-Meister ereilte 81-jährig auf einem Velotürli der Herztod.

Radsportlegenden unter sich: Ernst Grab wird von den früheren Profis Urs Freuler (l.) und Gilbert Glaus flankiert.
Radsportlegenden unter sich: Ernst Grab wird von den früheren Profis Urs Freuler (l.) und Gilbert Glaus flankiert.
Peter Russenberger

Als Initiant Alex Beeler Ende August für die Premiere des Gstaader Velo-Nostalgie-Events Bergkönig Radsachverständige suchte, wurde ihm als Ehrenstarter Ernst Grab empfohlen. Der Tipp war goldrichtig. In der Paraderolle war der mit Eloquenz, Charme und Humor bestückte Radsportförderer in seinem Element.

Platzspeaker Franco Marvulli und die startenden Rad­legenden Gilbert Glaus, Urs Freuler und Thomas Wegmüller sowie die Zuschauerschar amüsierten sich, als Grab die Fahrer mit Frack und Zylinder mit seinem Revolver auf die Reise schickte.

Dem Nostalgiefestival war so grosser Erfolg beschieden, dass Veranstalter Alex Beeler ­erwägt, der Premiere eine Fortsetzung folgen zu lassen.

Auch Ernst Grab strahlte zufrieden vor Glück, ohne da zu wissen, dass sein gütiges Rennfahrerherz nur 27 Tage später auf einem geliebten Rennvelotürli zu schlagen aufhören würde.

Förderer des Rennsports

Der Tod des Kultnussgipfelbäckers und Radsportförderers löst nicht nur im Berner Oberland grosse Bestürzung aus. Dass der in Aristau AG am 3. Juni 1936 ­geborene Wahlluzerner mit Schwyzer Wurzeln 1975 an der Staatsstrasse 9 in Oberhofen die Bäckerei übernahm, war ein Glücksfall für den Berner Oberländer Radrennsport. Grab hatte als Rennfahrer, Ausbildner, ­Pfleger, Masseur und Betreuer bereits in der Zentralschweiz tiefe Spuren hinterlassen.

Der Bruder des ehemaligen Steher-Schweizer-Meisters und Seriensiegers bei Militärrennen Candid Grab machte auch an den Gestaden des Thunersees sofort Nägel mit Köpfen. So war der Musikliebhaber bei der Gründung des Veloclubs Oberhofen und des Regionalverbandes SRB Berner Oberland-Emmental (BOE) mit seiner Kreativität und grossen Erfahrung Geburtshelfer.

«Als Bäcker bin ich es gewohnt, an­zuteigen», sagte «Aschi» Grab einst, als man ihn auf seine Stärken als eines umtriebigen, krea­tiven Reissers ansprach. Er gestand auch, dass es ohne seine grossartige Frau Annemarie, mit der er 56 Jahre verheiratet war und zusammen fünf Kinder und neun Enkelkinder hatte, nie gegangen wäre, alles unter einen Hut zu bringen.

Backstube als Treffpunkt

Nebst seinen Truffes waren die Riesennussgipfel die heraus­ragende Spezialität in seiner Bäckerei-Konditorei. Wegen der Nussgipfel, die seit je die liebste Zwischenverpflegung der Radrennfahrer und Gümmeler sind, wurde seine Backstube zu einem Treffpunkt der trainierenden Radler aus nah und fern.

Wer das Glück hatte, den Verstorbenen persönlich zu kennen, dürfte ­seine Liebenswürdigkeit, die Ausstrahlung, den Charme und die innovative Kreativität stets tief in seinem Herzen tragen. Am letzten Freitag stand auf dem Friedhof Hilterfingen eine grosse Trauergemeinde ein letztes Mal für Ernst Grab Spalier.

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