Jägerweg: Antennen-Gegner ziehen vor Bundesgericht

Thun

Die Gegner der Mobilfunkanlage am Jägerweg in Thun geben nicht auf. Sie ziehen den jüngsten Entscheid des Verwaltungsgerichts weiter ans Bundesgericht.

Der Jägerweg in Thun. Hier soll eine Mobilfunkanlage gebaut werden.

Der Jägerweg in Thun. Hier soll eine Mobilfunkanlage gebaut werden.

(Bild: Markus Hubacher)

Das Seilziehen um den Bau einer Mobilfunkanlage des Anbieters Sunrise im Länggassquartier in Thun ist noch nicht zu Ende. Anfang September wurde bekannt, dass das kantonale Verwaltungsgericht die Beschwerde von über einem Dutzend Anwohner abgewiesen hat.

Die Anwohner hatten vor Gericht die von der Stadt Thun erteilte und von der kantonalen Baudirektion gebilligte Baubewilligung angefochten. Im schriftlichen Urteil des Verwaltungsgerichts hiess es: «Die Beschwerdeführenden unterliegen vollständig.»

Die vorgesehene Anlage auf dem Dach des Hauses am Jägerweg27 sei grundsätzlich zonenkonform und erzeuge «keine ortsbildrelevante Störung». Auch werde die zulässige Gebäudehöhe nicht überschritten, da es sich bei den Antennen nicht um eine Dachaufbaute, sondern um «technische Aufbauten» handelt.

«Haus umfassend saniert»

Trotz der scheinbar aussichtslosen Lage haben die Anwohner den jüngsten Entscheid abermals angefochten. «Ja, das Urteil des Verwaltungsgerichts ist von den Beschwerdeführern ans Bundesgericht weitergezogen worden», sagt ein Mediensprecher des Bundesgerichts.

Die Interessengemeinschaft (IG) Stopp UMTS-Antenne Jägerweg, die mit dieser Zeitung nur schriftlich kommuniziert, wollte sich auf Anfrage nicht zum weiteren Vorgehen äussern. Nach wie vor gehen die IG-Mitglieder davon aus, dass die Sunrise-Antennen nicht gebaut werden, und zeigen sich siegessicher.

Die IG schreibt: «Das fragliche Haus am Jägerweg wurde vor dem Entscheid des Verwaltungsgerichts umfassend saniert, ohne dass die notwendigen Vorkehrungen zur Abschirmung getroffen wurden.»

Wie viel Zeit die Richter in Lausanne für die Bearbeitung der Causa Jägerweg benötigen werden, lässt sich laut dem Bundesgerichtsmediensprecher heute noch nicht genau abschätzen. Er hält indes fest: «Gemäss unserem Geschäftsbericht 2014 dauerte die Behandlung von Fällen im Durchschnitt rund drei Monate.»

Streit schwelt seit 2005

Erste Bestrebungen von Sunrise für die umstrittene Mobilfunkanlage am Jägerweg reichen ins Jahr 2005 zurück. Das Projekt stiess bei einem Teil der Anwohner von Beginn weg auf Widerstand. Vier Jahre später schob das Verwaltungsgericht Sunrise einen Riegel.

Die geplante Anlage passe nicht ins Ortsbild, hiess es damals. 2009 wurde ein zweites Gesuch eingereicht, das zwischenzeitlich auf Wunsch von Sunrise sistiert wurde. 2012 übergab die Firma der Stadt Thun geänderte Pläne, worauf letztere die Baubewilligung erteilte.

Die Gegner reichten dagegen bei der Baudirektion des Kantons Beschwerde ein. Deren Rechtsamt wies diese jedoch im Herbst 2014 in den wesentlichen Punkten ab. In der Folge gelangten die Beschwerdeführer erneut ans Verwaltungsgericht.

Thuner Tagblatt

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