«Ich kann nicht zaubern»

Thuns Sportchef Andres Gerber nennt nach dem 1:2 gegen St. Gallen die Personalsituation alarmierend. Er will aber die Ruhe bewahren.

Besorgt, aber besonnen: Andres Gerber.

Besorgt, aber besonnen: Andres Gerber. Bild: Keystone

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Wie fest ärgert Sie die Nieder­lage gegen St. Gallen?
Andres Gerber: Natürlich schmerzt diese. Wir müssten in dieser Partie nicht nur einen, sondern drei Punkte holen. St. Gallen war überhaupt nicht besser als wir. Aber zwei ‹Böcke› entschieden. So ist Fussball.

Sie sprechen die Fehler von Francesco Ruberto an. Ist jetzt ein Goaliewechsel fällig?
Natürlich stellt man sich diese Frage. Vielleicht würde man Francesco damit sogar einen Gefallen machen. Denn er weiss genau, dass er bei der Niederlage eine entscheidende Rolle innehatte. Das ist eine schwierige Situation für ihn, auch gegenüber den Mitspielern. Er hat eine sehr harte Lektion erhalten. Einige kapitulieren in solchen Phasen. Francesco traue ich jedoch zu, dass er gestärkt aus dieser Situation herauskommt. Zudem haben wir bei den Torhütern keine Option. Guillaume Faivre wird operiert, und Felix Hornung hat auf diesem Level noch nie gespielt.

Die Goaliefrage ist das eine, wie sieht es auf den anderen Positionen mit Alternativen aus?
Die gibt es nicht mehr. Die Lage mit derart vielen verletzten Spielern ist alarmierend.

Zehn Kaderspieler sind verletzt, dazu Faivre krank. Wahrscheinlich sind alle erst 2018 wieder einsatzfähig. Haben Sie schon einmal eine derart lange Verletztenliste erlebt?
Verletzungspech beklagten wir schon öfters. In diesem Ausmass jedoch noch nie. Aber jammern nützt nichts. Obwohl wir nur U-21-Spieler auf der Ersatzbank hatten, waren wir St. Gallen nicht unterlegen. Klar hatten wir nicht Chancen en masse, aber wenn Dejan Sorgic etwas mehr Selbstvertrauen hätte, wäre sein Schuss in der Nachspielzeit im Tor statt am Pfosten gelandet. Diese Szene war symptomatisch für unsere derzeitige Lage. Nun geht es schon am Mittwoch im Cup gegen den FCZ weiter, am Sonntag kommt YB. Es wird also nicht einfacher. Die Spieler müssen deshalb diesen Nackenschlag rasch verdauen.

Was unternehmen Sie als Sportchef in der aktuellen Situation?
Ich kann nicht zaubern. Es gilt ruhig zu bleiben. Das war bisher eine Stärke von uns, dass wir in heiklen Momenten nicht Rundumschläge austeilten, sondern Ruhe bewahrten.

Demnach steht Trainer Marc Schneider nicht zur Diskussion?
Der Trainer ist überhaupt kein Thema.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 27.11.2017, 13:50 Uhr

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