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Thun verliert SEF an Interlaken

Jetzt ist der lang erwartete Standortentscheid gefallen: Das Swiss Economic Forum findet künftig nicht mehr in Thun, sondern in Interlaken statt. Wirtschaftliche Gründe und die fehlenden Hotelkapazitäten gaben den Ausschlag.

«Der Entscheid ist uns schwer gefallen. Wir haben in den letzten Tagen alle Faktoren nochmals analysiert», hielt Peter Stähli fest. So wurden letzten Dienstag die Hauptsponsoren noch zu einer Besichtigung des im Bau befindlichen Kongress- und Kulturzentrums (KKThun) nach Thun eingeladen. Befragt wurden auch die Teilnehmer des letzten Anlasses in Interlaken. «Unter dem Strich überwogen die Vorteile in Interlaken», ergänzte Stefan Linder, der den Anlass in den letzten zwölf Jahren zusammen mit Stähli aufgebaut hatte. Auch mit dem 24 Millionen Franken teuren Umbau des Schadausaals zum KKThun bleibe die Saalkapazität in Thun kleiner als in Interlaken, wo 1250 Sitzplätze zur Verfügung stehen. In Thun bietet der Hauptsaal weiterhin 750 Plätze, der neue Saal weitere 500. «Dieses Jahr konnten wir in Interlaken erstmals allen unseren 1250 Gästen einen Sitzplatz anbieten», verdeutlichte Linder. In Thun mussten jeweils bei den Hauptreferaten viele Leute auf den Treppen sitzen. Fehlende Hotelzimmer Der zweite entscheidende Faktor war die Hotelkapazität. «Die Nähe der Hotelzimmer zum Kongresssaal in Interlaken schätzten viele Teilnehmer als grossen Vorteil», so Linder. 650 Hotelzimmer in Fussmarschdistanz konnten dort angeboten werden. Damit konnten auch die Kosten für die Transfers zwischen Thun und Interlaken gespart werden. «Daran würde auch das neue Lachenhotel in Thun nicht viel ändern», sagte Stähli. Da die Ansprüche der Gäste in den letzten Jahren stetig gestiegen seien, brauche es vor allem Vier- und Fünfsternhotels. Mit den zusätzlich rund 200 Betten im neuen Thuner Hotel könnten diese Bedürfnisse nicht befriedigt werden. Stähli und Linder räumten ein, dass vor allem die emotionale Seite und die Geschichte des Forums für Thun gesprochen hätten. «Im Sinne einer Weiterentwickung des Anlasses mussten wir uns aber für Interlaken entscheiden», sagte Linder. Seitens der Sponsoren seien auch schon in früheren Jahren Standorte wie Zürich oder Basel diskutiert worden. «Wichtig für uns ist, dass das SEF im Berner Oberland bleibt», sagte Stähli. Diese Ansicht habe auch Adolf Ogi, seit Gründung Präsident des Advisory Boards, vertreten. Ganz abnabeln von Thun wollen sich die SEF-Organisatoren aber nicht. So werde der CEO-Brunch weiterhin im Schloss Schadau stattfinden. Dort treffen sich vor dem SEF 120 Top-Manager aus der ganzen Schweiz zum Dialog. Zudem bleibt auch der Firmensitz des SEF, das elf Vollzeitstellen anbietet, in Thun. «Wir sind bereit, das KKThun mit unserem Netzwerk zu unterstützen und mitzuhelfen neue Anlässe nach Thun zu bringen», sagte Stähli. So finde das Climateforum, das die SEF-Crew im Auftragsverhältnis organisiert, in Thun statt. Bedauern in Thun «Das ist ein schwarzer Tag für Thun», sagte der enttäuschte Stadtpräsident Hansueli von Allmen. Das KKThun habe gar keine Chance gehabt, seine Möglichkeiten zu präsentieren. Mit dem grossen Foyer und den besseren Catering-Möglichkeiten biete das KKThun ein kompakteres Umfeld. Trotzdem sieht er für die Zukunft nicht schwarz. «Der Umbau war ja nie auf einen einzelnen Anlass ausgerichtet, Ersatzveranstaltungen lassen sich sicher finden», so von Allmen. Mit dem Wegzug des SEF fehle allerdings «der Leuchtturm» (vgl. Text links). «Das ist eine bittere Pille für Thun», findet auch Beat Anneler, Direktor von Thun Tourismus. Besonders die mediale Ausstrahlung des Anlasses werde Thun fehlen. Neue Kongresse nach Thun zu holen, sei nicht einfach, die Konkurrenz anderer Orte gross. Roland Drenkelforth>

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