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Wirtschaftsraum soll gestärkt werden

Der Wirtschaftsraum Oberhasli soll nicht weiter an Kraft verlieren, sondern gestärkt werden. Auf dem Weg zu diesem Ziel überschreitet die Oberhasli-Landsgemeinde 2000 Kantonsgrenzen – vorerst einmal jene am Brünig.

Vier Punkte umfasst das Tätigkeitsprogramm 2009, das der Präsident der Oberhasli Landsgemeinde 2000 (OLG) Ernst Baumberger der 13.Hauptversammlung vorlegte. Neben dem Investitionsvorhaben KWO plus und dem weitergeführten Dialog mit der Berner Regierung sind es vor allem die bereits angebahnte kantonsübergreifende Zusammenarbeit und das Gesundheitszentrum Meiringen, welche den Vorstand intensiv beschäftigen.Zur Gemeinschaftspraxis?Die Hiobsbotschaft, dass die Interlakner Spitäler FMI AG die Postakutpflege im Gesundheitszentrum Meiringen Ende Juni schliesse (siehe dazu auch Artikel oben), hatte das OLG-Vorstandsmitglied Susanne Huber zwei Stunden vor Versammlungsbeginn erreicht. Die Meiringer Gemeindepräsidentin leitet die Arbeitsgruppe, die für eine gesicherte medizinische Grundversorgung der Region sorgen will. Ihr gehören unter anderem hiesige Ärzte und der Präsident der bernischen Ärztegesellschaft an. «Gegen zehn weitere Stellen gehen uns im ehemaligen Akutspital verloren», sagte Huber, dann gab sie zu bedenken, dass mehrere der sechs heute im Tal praktizierenden Ärzte sich bald in den Ruhestand zurückziehen wollten. «Nachfolger für sie zu finden ist sehr schwierig», fuhr Susanne Huber fort. «Nun haben sich aber drei Ärzte der Region bereit erklärt, ihre bestehenden Praxen ins Gesundheitszentrum zu verlegen und dort eine Praxisgemeinschaft einzurichten.»Im ehemaligen Bezirksspital können nach Hubers Worten mit Umbauarbeiten die Räume für eine künftige Praxisgemeinschaft bereitgestellt werden. Mit ihr liesse sich auch der ärztliche Notfalldienst einfacher gewährleisten. Bereits hätten Unternehmen der Region Bereitschaft signalisiert , sich an den Baukosten zu beteiligen, weil auch sie an einem gut funktionierenden Gesundheitsdienst interessiert seien, sagte Gemeindepräsidentin Huber. Das «Modell Meiringen» stosse übrigens auch ausserhalb der Region auf grosses Interesse.Über die Kantonsgrenze«Das Oberhasli hat sehr viele Arbeitsplätze verloren», sagte Grossrat Gerhard Fischer, «es stagniert wirtschaftlich. Will die Region Schritte nach vorn unternehmen, sich neue Potenziale erschliessen, muss sie sich nach Überzeugung der OLG daher verstärkt kantonsübergreifend ausrichten.» Ein Anfang dazu ist bereits gemacht: «Wir sind über den Brünig gefahren und haben mit Obwaldens Landammann ein erstes Gespräch geführt.»Bei Regierungsrat Niklaus Bleiker sei die kleine OLG-Delegation mit ihrem Anliegen auf Verständnis und Interesse gestossen, betonte Vorstandsmitglied Fischer und verwies auf die längst bestehenden engen Beziehungen zwischen dem Urschweizer Kanton und dem (flächenmässig 60 Quadratkilometer grösseren) Oberhasli: «Arbeitnehmer pendeln in beiden Richtungen. Junge Oberhasler trifft man am Gymnasium Sarnen, Obwaldner Unternehmen sind im Oberhasli tätig, die Privatklinik Meiringen arbeitet mit Kliniken jenseits des Brünigs zusammen.» Wohl nicht zuletzt deshalb empfahl Landammann Bleiker der OLG-Delegation, sich an das Institut für Betriebs- und Regionalökonomie (IBR) der Hochschule Luzern zu wenden.Glaubwürdiger InitiatorDie Oberhasli-Landsgemeinde will nun das IBR mit einer Studie zum Thema kantonsübergreifende Zusammenarbeit betrauen und bat den Leiter Regionalökonomie Jürg Inderbitzin, die Versammlung mit einem Referat in die Materie einzuführen. Es basierte auf vier Thesen: Eine Stärkung des Wirtschaftsraums erfordere Leute, die etwas bewirken wollen. Eine neue Sichtweise auf Bekanntes müsse bereits vorhandene Potenziale erkennen lassen. Nötig sei aber auch ein planvoller Opportunismus und Zusammenarbeit in veränderbaren Richtungen.Anhand zweier konkreter Beispiele – dem Entlebuch und dem Luzerner Hinterland – machte Inderbitzin deutlich, wie diesen Forderungen nachgelebt worden ist. Gesprächen auf politischer Ebene allein räumt der Ökonom wenig Erfolgschancen ein. Hingegen ist seiner Meinung nach «die Landsgemeinde Oberhasli ein gut aufgestellter und glaubwürdiger Initiator für einen kantonsübergreifenden Entwicklungsprozess».

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