Zum Hauptinhalt springen

Steuerausfall führte zu Defizit

Wegen Steuerabschreibungen schloss die Gemeinderechnung 2012 mit einem Defizit. Die Gemeindeversammlung genehmigte die Rechnung einstimmig.

Da nützt auch die schönste Kulisse nichts: Wilderswil macht ein Defizit.
Da nützt auch die schönste Kulisse nichts: Wilderswil macht ein Defizit.
zvg

Bei 10,8 Millionen Franken Ertrag schloss die Rechnung 2012 der Gemeinde Wilderswil mit 424308 Franken Defizit – 326373 Franken schlechter als budgetiert. Die Budgetdisziplin war in allen Bereichen gross, wie Finanzvorsteher Markus Hafner an der Gemeindeversammlung vom Montag erläuterte, und die Abweichungen bewegten sich um ein Prozent – bis auf den Posten «Steuerertrag der juristischen Personen». Hier musste die Gemeinde nachträglich 430000 Franken Steuererträge abschreiben.

Genug Reserven

«2010 meldete uns die kantonale Steuerverwaltung 800000 Franken Steuerertrag von einem Unternehmen am Ort», berichtete Hafner aus der Vorgeschichte des Abschreibers. «Wir nahmen daraufhin die 430000 Franken in unsere Rechnung, die uns nach der Steuerteilung mit Thun, Zweisimmen und anderen Standorten zustanden.» Weil der betreffende Betrieb (die Ruag) den Entscheid der Steuerverwaltung juristisch anfocht und erreichte, dass er für Rückstellungen von schweizweit 17 Millionen Franken keine Steuern bezahlen musste, wurde es nichts mit dem angekündigten Steuerertrag.

«Ohne diesen Nichtertrag hätte die Rechnung sogar ausgeglichen geschlossen», sagte Hafner – und das, obwohl Wilderswil 100000 von insgesamt 170000 Franken Rückstellungen für den Finanzausgleich 2013 im Sozialbereich auch schon in die letztjährige Rechnung aufgenommen hatte. Doch auch nach dem unerwartet hohen Defizit beläuft sich das Eigenkapital noch auf 2,38 Millionen Franken – das Doppelte der vom Kanton empfohlenen 5 Steuerzehntel. Die anwesenden 105 Stimmberechtigten genehmigten die Rechnung einstimmig.

Neuer Kindergarten

Ebenfalls einstimmig genehmigte die Versammlung 500000 Franken für den Bau eines dritten Kindergartens, der wegen des Zuzugs vieler junger Familien mit Kindern und wegen der Einführung des zweijährigen Kindergartens nötig geworden ist. In der Schule reicht der Platz hingegen auch noch für mehr Kinder, wie Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann auf eine Frage aus der Versammlung erklärte.

Licht für den Sportplatz

Mit überwältigendem Mehr genehmigt wurden auch 30000 Franken für die Sanierung der Sportanlagenbeleuchtung, die durch das Hochwasser 2005 zerstört worden war. Die Vorlage erfüllte einen Antrag der Turnvereine an der Altjahrsgemeinde 2012. Ein Antrag, den Bedarf noch einmal mit einer Umfrage bei allen Benutzern zu ermitteln, da eine Umfrage vor einem Jahr keinen Bedarf ergeben hatte, war mit grossem Mehr gegen eine Stimme abgelehnt worden.

Diskussionslos genehmigt wurde der Zusatz zum Gebührenreglement, der gemäss neuem Hundegesetz als gesetzliche Grundlage für die Hundetaxen gilt. Die Hundetaxen verändern sich nicht.

Sibylle Hunziker

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch