Stadt und Migros wollen im Dürrenast verdichtet bauen

Thun

Unterirdisch einkaufen und parkieren, oberirdisch wohnen: So soll das Areal der Migros Dürrenast gemäss Plänen der Stadt und des Grossverteilers in Zukunft genutzt werden. Bis August läuft ein Mitwirkungsverfahren.

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Die heutige Migros-Filiale im Dürrenastquartier ist in einem eingeschossigen Bau untergebracht, dahinter reihen sich die Autos auf dem oberirdischen Parkplatz mitten im Wohnquartier. «Der Standort dieser Filiale ist sowohl aus Sicht der Migros als auch der Stadt unbestritten – er wird für die Versorgung des Quartiers als unerlässlich erachtet», teilt die Stadt in einem Mediencommuniqué mit.

Die Grundeigentümerin, die Genossenschaft Migros Aare, und der Gemeinderat der Stadt Thun seien sich aber einig: «Diese wertvollen Flächen mitten in der Stadt können besser genutzt werden.»

Deshalb haben die beiden Parteien gemeinsam ein Projekt für eine langfristige Arealentwicklung gestartet. «In einem qualitätssichernden Gutachterverfahren mit einem Team aus Vertretern der Stadtverwaltung, externen Experten aus den Bereichen Städtebau, Architektur, Aussenraumgestaltung, Verkehr und Immobilienentwicklung sowie der Genossenschaft Migros Aare wurde in mehreren Workshops ein Richtprojekt erarbeitet», schreibt die Stadt weiter. Es bildet die Basis für die Überbauungsordnung Tannenhof.

Filiale und Parkplätze im Untergeschoss

Diese Überbauungsordnung, welche die heutige Zonenvorschrift ablösen wird, sieht die Verlegung der Migros-Filiale und der Parkflächen ins Untergeschoss vor. Zur Frutigenstrasse hin sind im Erdgeschoss kommerzielle Nutzungen wie beispielsweise kleinere Ladenflächen oder ein Gastrobetrieb vorgesehen. In den darüberliegenden Stockwerken sind neben Wohnungen auch Dienstleistungsbetriebe zulässig. Die rückwärtigen Gebäudeteile sollen ebenfalls zum Wohnen genutzt werden.

«Dichter und höher bauen, wo es sinnvoll ist»

Gegenüber heute wird die künftige Bebauung dichter und höher ausfallen. Im Bereich entlang der Frutigenstrasse sind Gebäudehöhen bis 21 Meter, in den dahinterliegenden Bereichen bis 12 Meter möglich.

Marianne Dumermuth (SP), Vorsteherin der zuständigen Direktion Stadtentwicklung, ist überzeugt, dass die Stadt mit dem Projekt auf dem richtigen Weg ist: «Gerade im städtischen Raum gilt es mit den vorhandenen Flächen haushälterisch umzugehen und dort dichter und höher zu bauen, wo es städtebaulich sinnvoll und begründbar ist. Dies ist auf dem Areal der Migros Dürrenast der Fall», sagt sie.

Die Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Dürrenastleist wurden am Montagabend an einer Orientierungsveranstaltung über das Vorhaben informiert. Die Überbauungsordnung liegt ab heute bis und mit 20.August zur Mitwirkung auf. Die Eingaben werden anschliessend in Form eines Mitwirkungsberichtes veröffentlicht.

Hohe Qualität soll sichergestellt werden

Die Migros hat sich gegenüber der Stadt verpflichtet, für die Überbauung einen Architekturwettbewerb durchzuführen. «Die Ergebnisse der Mitwirkung werden in den Architekturwettbewerb einfliessen», sagt Andrea Bauer, Mediensprecherin der Genossenschaft Migros Aare.

Mit dem gewählten Verfahren soll laut Gemeinderätin Marianne Dumermuth eine hohe Qualität sichergestellt werden. «Es ist für uns wichtig zu hören, wie die Bevölkerung reagiert», sagt sie. «Nach der Mitwirkung schauen wir, ob es Anpassungen am Projekt braucht.» Sobald planungsrechtliche Sicherheit besteht, könne der Architekturwettbewerb durchgeführt werden – laut Dumermuth frühestens 2017.

Die Überbauungsordnung liegt noch bis 20. August zu den ordentlichen Bürozeiten im Auflageraum der Stadtverwaltung Thun an der Industriestrasse 2 auf. Sie ist zudem unter www.thun.ch/mitwirkung einsehbar. Änderungsvorschläge oder andere Eingaben können in schriftlicher Form an das Planungsamt (Industriestrasse 2, 3602 Thun) eingereicht werden.

Thuner Tagblatt

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