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Schwarze Schwäne haben es nicht leicht auf dem Thunersee

Der Rat ist nicht gegen die Schwäne, aber gegen ein politisches Engagement: Er lehnte das Schwarzschwan-Postulat ab.

Schwarzschwäne auf dem Thunersee: Der Stadtrat stellt sich hinter die Schwäne – jedoch ohne politisches Engagement.
Schwarzschwäne auf dem Thunersee: Der Stadtrat stellt sich hinter die Schwäne – jedoch ohne politisches Engagement.
Archiv TT/Imboden

Mit seinem Postulat wollte SVP-Stadtrat Raphael Lanz den Thuner Gemeinderat dazu bewegen, sich für den Verbleib der Schwarzschwäne auf dem Thunersee einzusetzen (wir berichteten). Der Rat sprach sich zwar nicht gegen die Schwäne, sondern ebenfalls für eine «sinnvolle Lösung» aus, lehnte jedoch ein politisches Engagement ab. «Ich habe extra geschrieben, der Gemeinderat soll sich im Rahmen seiner Möglichkeiten einsetzen. Denn es ist mir bewusst, dass ihm keine gesetzgeberischen Aufgaben zukommen», sagte Lanz. Er stelle sich vor, dass der Gemeinderat eine positive Stellungnahme abgebe — quasi als symbolische Geste. «Ich verstehe es nicht»«Ich verstehe nicht, dass der Gemeinderat einerseits dafür ist, dass auf dem Thunersee zehn bis zwölf Schwarzschwäne leben können, es gleichzeitig aber ablehnt, sich dafür einzusetzen.» Doch Lanz’ Bitte an die Ratskolleginnen und -kollegen, ein positives Zeichen für eine sinnvolle Lösung unter Einbezug sämtlicher Beteiligten zu setzen, stiess nicht auf Resonanz. Der Rat folgte dem Antrag des Gemeinderates und lehnte das Postulat mit 14 Ja gegen 19 Nein ab. «Stadtrat nicht belasten»«Es stimmt, die Schwäne sind im Volk beliebt», sagte SP-Stadträtin Ursula Stöckli. Doch der Rat habe andere Aufgaben, als sich mit diesem Thema zu belasten. «Unser Nein ist nicht ein Votum gegen die Schwäne», votierte Konrad Hädener (Fraktion CVP+EVP), «aber wir glauben, dass unsere politische Reichweite ungenügend ist.» Thomas Hiltpold (Grüne) fand, dass sich die passive Weltgemeinschaft ohnehin besser für die Eisbären am Nordpol einsetzen sollte als für diese Polit-Posse. «Was aber nicht heisst, dass wir uns einer pragmatischen Lösung widersetzen würden», ergänzte er. David Külling (EDU), der Ornithologe im Rat, der sich einst für die Schwäne einsetzte, stimmte auch Nein: «Nachdem das Bundesamt für Umwelt den Schwan auf die schwarze Liste gesetzt hat, obwohl dieser keine Bedrohung ist, hat sich die rechtliche Lage verstrickt.» Die FDP unterstützte das Postulat: «Die nationale Ebene ist die richtige – und mit einem positiven Signal aus Thun stehen die Verhandlungschancen besser», warb Peter Dütschler für ein Ja. Gemeinderat Peter Siegenthaler (SP) schloss mit den Worten: «Jetzt, wo sich auch der Stadtrat dazu äussern konnte – ist eigentlich alles gesagt, was es zu den Schwänen zu sagen gab.»

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