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Rücksichtslose Reiter trieben die Rinder in die Kander

Zwei Rinder sind diese Woche über ein Felsband in die Kander gestürzt – sie waren sofort tot. Der Zwieselberger Landwirt Peter Thönen beobachtete den Unfall und beschuldigt zwei Reiter schwer.

Rind Gusti im festen Griff von Landwirt Peter Thönen. Gusti flüchtete am Dienstag zusammen mit fünf Artgenossen, weil Reiter die Tiere erschreckt hatten. Zwei Rinder stürzten in die Kander und starben.
Rind Gusti im festen Griff von Landwirt Peter Thönen. Gusti flüchtete am Dienstag zusammen mit fünf Artgenossen, weil Reiter die Tiere erschreckt hatten. Zwei Rinder stürzten in die Kander und starben.
Markus Hubacher

Dienstagmorgen, 10.30 Uhr: Der Zwieselberger Landwirt Peter Thönen arbeitet in der Nähe einer Scheune im Gebiet Bodmatt. Sechs seiner ein- bis zweijährigen Rinder befinden sich in Sichtweite, sie weiden friedlich auf einer eingezäunten Wiese – seit acht Tagen. Aus Richtung Allmend sieht Thönen zwei Reiter, die sich auf ihren Pferden der Wiese nähern, mit normalem Schritt. Kurz nach der Weide wechseln die Reiter in den Galoppmodus und preschen in hohem Tempo einen steilen Kiesweg hinauf. Die sechs Tiere auf der Weide erschrecken, durchbrechen den Zaun und fliehen.

Bergung mit Helikopter

Thönen gelingt es nicht, die Tiere selber einzufangen, und er fordert Verstärkung an. Acht Mann sind schliesslich an der Aktion beteiligt. Sie können drei Rinder in den Stall zurückbringen, drei fliehen bis ins Zwieselberger Hani. Kurz vor der Autobahnbrücke rennen zwei Tiere über die Staatsstrasse – und stürzen 15 Meter über eine überhängende Wand in die Kander ab. Sie sind sofort tot, werden vom Fluss bis unterhalb der Kanderbrücke verfrachtet und müssen dort später von einem Aufgebot von Polizei und Feuerwehr mit einem Helikopter geborgen werden.

Rind betäubt

Ein Rind rennt bis in die Guntelsey, wo ein Betäubungsgewehr und mehrere Armeeangehörige zum Einsatz kommen. Die ganze Aktion endet um 15.30 Uhr.

«Ich habe die Reiter nicht erkannt», sagt Landwirt Peter Thönen kopfschüttelnd. Aber: «Reiter müssen unbedingt die nötige Rücksicht auf Weidetiere nehmen!» Denn besonders junge Rinder seien sehr schreckhaft und würden bei Störungen instinktiv die Flucht ergreifen. Zudem dürfe auf Kieswegen grundsätzlich nicht galoppiert werden, da sie sonst beschädigt würden.

Reiter sollen sich melden

«Den Schaden bezahlt keine Versicherung, und laut Polizei hat eine Anzeige gegen unbekannt wenig Erfolgsaussichten», gibt Landwirt Thönen zu bedenken. Deshalb sehe er von einer Anzeige ab – hofft aber: «Vielleicht melden sich die Reiter ja bei mir – sofern sie überhaupt gemerkt haben, was sie angerichtet hatten.»

Laut Polizei konnte bisher kein strafrechtlich relevantes Verhalten festgestellt werden.

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