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Pronto kämpft gegen Alkoholverbot

Weil sie Minderjährigen mehrmals Alkohol verkauft haben, dürfen zwei Kioske während eines Monats gar keinen mehr verkaufen. Coop Pronto Interlaken wurde auch erwischt, hat aber gegen die Strafe Einsprache erhoben.

Wer im Bahnhofkiosk Interlaken West ein Bier für die Zugfahrt kaufen will, muss momentan auf alkoholfreies umsteigen: Der K-Kiosk darf vom 10. November bis am 9. Dezember keinen Alkohol verkaufen. Ein Schild auf der Theke weist darauf hin. Ein Grund für diese Massnahme wird nicht angegeben.

Drei Verbote ausgesprochen

«Es stimmt, im Amt Interlaken haben wir für drei Läden ein Verkaufsverbot für Alkohol ausgesprochen», sagt Regierungsstatthalter Walter Dietrich. Als Bewilligungsbehörde für Alkohol-Lizenzen ist das Regierungsstatthalteramt auch zuständig für deren Entzug. Betroffen sind neben dem K-Kiosk in Interlaken West, ein weiterer K-Kiosk in Matten und das Coop Pronto am Höheweg. Der Entzug erfolgt aufgrund der Ergebnisse so genannter Alkoholtestkäufe. Dabei werden Minderjährige losgeschickt, um Alkohol zu kaufen. Sind sie erfolgreich, werden die Verkäufer angezeigt. Dass einem Geschäft aber die Verkaufslizenz für Alkohol temporär entzogen wird, ist im Amt Interlaken neu. «Die Sanktionierten sind wiederholt bei den Tests durchgefallen», sagt Walter Dietrich. «Aber nur bei zwei Verkaufsstellen trat das Verbot in Kraft, eines ist noch nicht rechtskräftig.» Im Coop Pronto Interlaken kann weiterhin Alkohol gekauft werden, gegen das Urteil wurde Einsprache erhoben. «Über das laufende Verfahren können keine Angaben gemacht werden», sagt Jürg Kretzer, Mediensprecher der Coop Pronto Shops. «Wir werden mehrmals jährlich von internen und externen Firmen, von der Jugendarbeit oder vom Blauen Kreuz kontrolliert», sagt Pia Schoch, Leiterin des Coop Pronto Interlaken. Das Vergehen sei eine Ausnahme, der letzte Fall sei im Jahr 2005 passiert. «Reagiert wurde mit einer noch konsequenteren Kontrolle der Ausweise beim Kauf von Alkohol», sagt Schoch. «Wir haben das Urteil ganz klar akzeptiert», sagt Stefania Misteli, Pressesprecherin der K-Kiosk AG. «Wir haben sofort reagiert, indem wir unsere Mitarbeiter wieder geschult, und nochmals darauf aufmerksam gemacht haben.»

Wegen Tests im Frühling

Wie Walter Dietrich sagt, seien die Verbote Resultat der Testkäufe von Gemeinden und Jugendarbeit im vergangenen Frühling (wir haben berichtet). Damals wurde in der Hälfte von 28 getesteten Geschäften in den Amtsbezirken Interlaken und Oberhasli Alkohol an unter 16-Jährige, beziehungsweise unter 18-Jährige verkauft. «Die Testkäufe wurden erst zum zweiten Mal durchgeführt», sagt die für das Oberhasli zuständige Regierungsstatthalterin Yvonne Kehrli-Zopfi. Es werde vorerst keine Verbote geben. «Wir setzen auf Gespräche mit den betroffenen Läden», sagt sie. Beim letzten Testkauf im November konnten Minderjährige noch in zehn von 22 Läden Alkohol kaufen.

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