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Petition für Bachläger-Wasserfall

Mit einer Petition soll der Gemeinderat Grindelwald aufgefordert werden, sich für die Erhaltung des Bachläger-Wasserfalls einzusetzen. Der zum Schutz des Wasserfalls gegründete Verein findet grosse Unterstützung.

So wie in der gegenwärtigen Trockenperiode im August würde der Bachlägerfall bei einer Wasserentnahme aussehen.
So wie in der gegenwärtigen Trockenperiode im August würde der Bachlägerfall bei einer Wasserentnahme aussehen.
zvg

«Kraftvoller Bergbach oder Rinnsal?», so lautet die Frage für den Verein Bachläger-Wasserfall, wie sein Präsident Walter Steuri gestern an einer Medienorientierung in Grindelwald erklärte. Ende Juli sei der Verein gegründet worden, um das Projekt der Elektrizitätswerk Grindelwald AG (EWG) zur Nutzung des Bachläger-Wasserfalls zu bekämpfen (wir haben berichtet). Innerhalb von drei Wochen seien dem Verein bereits 245 Mitglieder beigetreten. Dies zeige, so Steuri, «dass das Thema breite Bevölkerungskreise und viele Gäste interessiert». Druck auf GemeinderatWeil eine Gemeindeinitiative für die Erhaltung des Wasserfalls nicht möglich sei, wie alt Nationalrat Hanspeter Seiler erläuterte, soll der Gemeinderat von Grindelwald mit einer Petition aufgefordert werden, sich gegen das Projekt zu wehren. Im Petitionstext wird der Gemeinderat ersucht, «alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um heute und in Zukunft zu verhindern, dass der Mühlebach und der Bachläger-Wasserfall im Raum Bachläger– Bort (Bortsee) durch Wasserentnahme für die Produktion elektrischer Energie genutzt wird.» Konzessionsbehörde ist die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion, wie Walter Steuri ausführte. Der Gemeinderat könne sich aber im Fachbericht zum Konzessionsgesuch gegen das Projekt aussprechen und sei im Fall einer Konzessionserteilung einspracheberechtigt. Tourismus ist wichtigerDie Entwicklung des Tourismus als bedeutendster Teil der Grindelwalder Volkswirtschaft werde in erster Linie von der «Schönheit der Landschaft und der Natur bestimmt», heisst es in der Begründung zur Petition. Für Walter Steuri ist deshalb klar, dass der Tourismus für Grindelwald wichtiger ist als die zusätzliche Energienutzung.Weiter heisst es, dass die Wasserentnahme das Landschaftsbild wesentlich beeinträchtigen würde und ein «besonders wertvoller touristischer Mosaikstein» verloren ginge. Der Mühlebach fliesse in diesem Abschnitt durch eine praktisch unberührte Naturlandschaft und ein kommunales Schutzgebiet. Hervorgehoben wird die artenreiche Flora und die nur hier vorkommende Unterart des Sudeten-Mohrenfalters. Breite UnterstützungGrindelwald Tourismus wehre sich «mit allen Mitteln» gegen das Projekt, betonte der Präsident der Organisation, Peter Egger. Als «nicht unbedingt nötig» empfindet Hotelier Andreas Kaufmann den Verlust dieser Naturschönheit. Er sei aber nicht grundsätzlich gegen Eingriffe in die Natur – etwa für Beschneiungsanlagen –, wenn diese im Interesse des Tourismus wichtig seien. Seine Gäste seien entsetzt, wenn er ihnen sage, dass der Wasserfall vielleicht nicht mehr lange voll fliesse, erzählte Bruno Brawand vom Berghaus Bort. Ziel des Vereins sei, so wurde gestern abermals betont, den grossen Bachläger-Wasserfall und den kleineren Wasserfall Wäschigräbli in ihrer vollen Schönheit zu erhalten. Der Widerstand richte sich aber keineswegs gegen Alternativenergien. Auf die Fragen betreffend effektivere Produktionsanlagen bei der bestehenden Nutzung des Mühlebaches unterhalb von Bort und für das Turbinieren von Trinkwasser habe der Verein noch keine Antwort von Seiten des Gemeinderats erhalten, erklärte Walter Steuri. Vorgeschlagen wird eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Sportzentrums.

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