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Orchideen-Paradies ist gerettet

Die Gemeinde Sigriswil ist mit 36 Arten die orchideenreichste Gemeinde des Kantons Bern. Fast die Hälfte aller in der Schweiz vorkommenden Orchideenarten sind auf Gemeindeboden Sigriswil zu Hause.

Das Helm-Knabenkraut ist eine der 36 Orchideenarten, die sich in Sigriswil heimisch fühlen.
Das Helm-Knabenkraut ist eine der 36 Orchideenarten, die sich in Sigriswil heimisch fühlen.
zvg

Die Blumenwiesen zwischen Sigriswil und Merligen sind vielen Wanderern und Naturliebhabern bekannt. Begünstigt durch die sonnige Südlage, fühlen sich in diesen Naturwiesen Blütenpflanzen wie Margerite, Glockenblume, Esparsette, Wiesensalbei und viele andere Pflanzenarten wohl. Dass sich an mehreren Standorten auch zahlreiche wild wachsende Orchideen einfinden, war bis vor kurzer Zeit allerdings nur ganz wenigen Menschen bekannt. Einer davon ist Beat Bühler aus Sigriswil. Der pensionierte Architekt beobachtet die seltenen Orchideen, welche teilweise auf der Roten Liste als vom Aussterben bedrohte Arten verzeichnet sind, mit grösstem Interesse. Seine seit langer Zeit mit wissenschaftlicher Genauigkeit geführten Listen zeigen die Entwicklung der wild wachsenden Orchideen an speziellen Standorten in der Gemeinde Sigriswil exakt auf.

In den letzten Jahren zeigte sich ein starker Rückgang einiger Arten, und teilweise verschwanden Orchideen wie Hummelragwurz, Bienenragwurz, Fliegenragwurz und andere an einigen Stellen ganz. Die Gründe für das Verschwinden sind laut Fachleuten vielfältig: Verwaldung, intensive Weidenutzung, Düngung und frühzeitiges Abmähen sind nur einige.

Kanton und Gemeinde als Orchideenschützer

Die IG Orchideen Thunersee, «bestehend aus Privatpersonen mit dem Wissen um die Standorte und das drohende Erlöschen dieses einzigartigen Orchideenvorkommens im Berner Oberland, schlug Alarm, informierte zuerst die betroffenen Grundeigentümer sowie auch die Bewirtschafter dieser Flächen», wie sie in einer Mitteilung schreibt. Hilfe suchend wandte sich die IG an die Abteilung Naturförderung im Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern und informierte die Gemeinde Sigriswil.

Einer der wichtigsten Orchideenstandorte der Gemeinde Sigriswil wurde vom Kanton Bern in Unkenntnis des Vorkommens seltener Orchideen als Ersatzaufforstungsfläche zur Wiederbewaldung bestimmt. Zusammen mit dem kantonalen Amt für Wald und der Gemeinde Sigriswil konnte dies nun verhindert werden. Im vergangenen Winter sind im Auftrag des Kantons durch die Forstabteilung der Gemeinde Sigriswil mehrere Flächen in aufwendiger Arbeit ausgelichtet worden, und betroffene Waldränder wurden zur Erhaltung der Trockenstandorte ausgeholzt und gepflegt. Die Finanzierung dieser Schutzmassnahmen wurde vom Kanton getragen. Laut der IG wurde dadurch «ein weiteres Bestehen und das Erholen dieser äusserst seltenen Orchideenarten» ermöglicht.

TT/egs

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