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Oberländer Firma erhielt 500 Tonnen illegales Quecksilber

Die Recyclingfirma Batrec in Wimmis soll 500 Tonnen Quecksilber über illegale Transporte aus Deutschland erhalten haben. Die Ermittlungen gegen die Firmen sind angelaufen.

ima/tan
Offenbar hat die Berner Firma Batrec mit Sitz in Wimmis rund 500 Tonnen illegal transportiertes Quecksilber aus Deutschland erhalten.
Offenbar hat die Berner Firma Batrec mit Sitz in Wimmis rund 500 Tonnen illegal transportiertes Quecksilber aus Deutschland erhalten.
Markus Hubacher

Laut der Publikumszeitschrift «Beobachter» hat das Berner Recyclingunternehmen Batrec Industrie mit Sitz in Wimmis rund 500 Tonnen hochgiftiges Quecksilber von der Deutschen Partnerunterfirma Dela erhalten - illegal. Der Export von reinem Quecksilber ist in Deutschland verboten.

Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft den Verantwortlichen der Lieferanten, Recyclingfirma Dela GmbH, Betrug und Verstoss gegen das Umweltgesetz vor, wie Recherchen des Beobachters ergeben haben.

Im Rahmen eines Rechtshilfegesuchs laufen nun auch in der Schweiz Ermittlungen. Diese haben ergeben, dass der Transport mittels einer Täuschung zustande gekommen ist. Das reine Quecksilber wurde in Spezialbehälter gefüllt und durch eine Schicht Erde abgedeckt. So sollte der Eindruck entstehen, es handle sich beim Transportgut nur um quecksilberhaltige Abfälle. Solche Mischungen sind erlaubt und wurden gemäss Bundesamt für Umwelt (Bafu) entsprechend den internationalen und nationalen gesetzlichen Grundlagen geprüft und bewilligt.

Dela-Geschäftsführer sitzt in Untersuchungshaft

Anfang Mai wurde die deutsche Recyclingfirma Dela GmbH in Dorsten stillgelegt und die Geschäftsführung hat einen Antrag auf Insolvenz gestellt, wie deutsche Medien berichten. Zuvor, im April, wurde gegen die Dela ein Verfahren eröffnet, wie nw-news.de schreibt. Die beiden Dela-Geschäftsführer sollen während Jahren mit dem illegalen Verkauf von Quecksilber eine Summe im zweistelligen Millionen-Bereich kassiert haben. Gegen beide läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugs und Umweltdelikten. Einer der beiden sitzt in Untersuchungshaft.

Die beiden Tatverdächtigen sollen mehrere 100 Tonnen Quecksilber in die Schweiz verkauft haben – vermutlich an die Batrec AG in Wimmis. Eigentlich sollte dieses Quecksilber, dessen Ausfuhr und Lagerung seit März 2011 durch die europäische Union gesetzlich verboten ist, im Dorstener Werk unschädlich gemacht werden. Auch diese Firma ist, wie die in Wimmis ansässige Batrec, auf die Entsorgung und Recycling schadstoffhaltiger Abfälle spezialisiert.

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