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«Oberhofnerli» kehrt wieder auf den Thunersee zurück

Das «Oberhofnerli» hat wieder heimisches Gewässer unter dem Kiel: Nach Jahren im Ausland verkehrt das restaurierte Motorschiff wieder auf dem Thunersee. Möglich wurde dies dank eines Unternehmers aus der Region.

Das «Oberhofnerli» fährt ab Freitag wieder auf dem Thunersee. Im Bild: Das Schiff während seiner Zeit in Holland.
Das «Oberhofnerli» fährt ab Freitag wieder auf dem Thunersee. Im Bild: Das Schiff während seiner Zeit in Holland.
zvg

Dieser entschloss sich spontan, das Schiff seinen holländischen Besitzern wieder abzukaufen, als die es veräussern wollten. In einer spektakulären Transportaktion zu Wasser und zu Land wurde das Motorschiff in die Schweiz zurückgebracht. Im Herbst 2013 schenkte der Unternehmer das Schiff der BLS Schifffahrt Berner Oberland.

Am Freitagabend sollte das «Oberhofnerli» in seiner alten Heimat offiziell willkommen geheissen werden. Das Fest findet - wie könnte es anders sein - im Dorf Oberhofen statt. Künftig wird das «Oberhofnerli» als Charterschiff die Flotte der BLS Schifffahrt ergänzen.

Profanes und Königliches

Das Motorschiff ist mit seinen 80 Plätzen vergleichsweise klein, blickt aber auf eine interessante Geschichte zurück. Gebaut wurde es als «Ente» für die Landesausstellung 1939, wo es zusammen mit seinen Schwesterschiffen «Taucherli», «Schwan» und «Möwe» die Besucher erfreute.

Danach kam das Boot auf den Thunersee, wo es auf den Namen Oberhofen getauft und von der Bevölkerung wegen seiner doch eher bescheidenen Grösse liebevoll «Oberhofnerli» genannt wurde.

Jahrelang wurde es für gesellschaftliche Extrafahrten rege genutzt. Im Mai 1999 wurde das Schiff nach 747'000 gefahrenen Kilometern - sehr zum Bedauern der einheimischen Bevölkerung - ausgemustert und nach Holland verkauft.

Unter dem Namen «Vriendschap» (Freundschaft) tuckerte es fortan auf niederländischen Gewässern. Einen Höhepunkt erlebte das Motorschiff im Frühling 2013, als es an der Schiffsparade anlässlich der Krönung des niederländischen Königs Willem-Alexander teilnehmen durfte.

Glücksfall

Als die Verkaufsabsichten des holländischen Besitzers bekannt wurden, machten sich Dampferfreunde aus der Thunersee-Region stark für eine Rückkehr des Motorschiffs.

Die Zeit, den nicht unbeträchtlichen Kaufpreis auf privater Basis zusammenzubekommen, drängte. Als unerwarteter Glücksfall erwies sich dabei der Thuner Unternehmer Kurt Matter, der den Rückkauf ermöglichte.

Das Schiff wurde in der Werft in Thun technisch und funktionell nachgerüstet und restauriert. Den originalen Schriftzug «Oberhofen» hatte der holländische Besitzer sorgfältig aufbewahrt, so dass er wieder am Schiff angebracht werden konnte. Am Freitag nun kommt das Motorschiff zu seiner mittlerweile vierten Jungfernfahrt.

Noch mehr Schiffsromantik

2014 kommen die Schiffsromantiker auf ihre Kosten. Am Brienzersee beispielsweise werden gleich zwei Jubiläen gefeiert: 175 Jahre Schifffahrt und 100 Jahre Dampfschiff «Lötschberg». Der Salondampfer «Savoie» auf dem Genfersee feiert heuer seien 100. Geburtstag, ebenso wie etwa die «Stadt Rapperswil» auf dem Zürichsee.

Auf den Juraseen dampft neu das Salonschiff «Neuchâtel». Der letzte erhaltene Halbsalon-Raddampfer der Schweiz sollte nach mehrjährigen Renovationsarbeiten am Freitag in Neuenburg offiziell eingeweiht worden. Die Bevölkerung muss sich aber bis zum 24. Mai gedulden, um an Bord des Schiffes mit Baujahr 1912 zu steigen.

Ende Saison 1968 wurde das Schiff ausgemustert. Statt den defekten Dampfkessel zu ersetzen, verkaufte die Schifffahrtsgesellschaft den Raddampfer an ein Unternehmen, das ihn umbaute und bis 2006 im Hafen von Neuenburg unter dem Namen «Vieux vapeur» (Altes Dampfschiff) als schwimmendes Restaurant betrieb.

Die Sanierung und Wiederinstandstellung wurde durch jahrelanges Engagement des Vereins Trivapor sowie durch private Spenden, insbesondere auch derjenigen eines Berner Mäzens, möglich. Die gesamte Renovation dürfte gegen 14 Millionen Franken gekostet haben.

SDA/mas

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