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Nur ein knappes Ja zur Seestrasse

Die Thuner Seestrasse kann für 780'000 Franken ausgebaut werden: Der Entscheid fiel mit 18 zu 15 Stimmen aber knapp.

Gleichzeitig mit dem Ausbau des Thuner Schaudausaals zum Kultur- und Kongresszentrum Thun (KKT) kann nun auch die Seestrasse im Abschnitt Einmündung Lachenwiese bis Mönchstrasse umgestaltet werden. Der Stadtrat sprach gestern Abend den dafür nötigen Kredit von 780'000 Franken – allerdings nur knapp. Damit kann stadteinwärts das Trottoir bis zur Einmündung Rougemontweg verlängert werden, gleichzeitig wird die Bushaltestelle vor das KKT verlegt. Der heutige Radweg wird zum Trottoir und das heutige Trottoir wird in die Fahrbahn der Seestrasse integriert. Für die Velofahrer entsteht so beidseitig ein 1,5 Meter breiter Fahrstreifen. Bis im Frühjahr 2011 soll der Umbau fertig sein.«Richtiger Zeitpunkt»Das Projekt als solches war im Rat nicht umstritten. Damit könne der Verkehr optimal entflechtet werden, das Ganze sei eine zeitgemässe Lösung, meinte Daniel Jacobsen (SP) als Sprecher der Sachkommission. Denn der bisherige Veloweg werde schon heute immer wieder von Fussgängern benutzt. Auch die Bushaltestelle sei so besser platziert. «Es ist der richtige Zeitpunkt, dieses Projekt zu realisieren», meinte Jacobsen. Dieser Meinung waren auch die anderen Parteien.Die Geister schieden sich allerdings bei der Finanzierung. Die SVP lehnte das Geschäft aus diesem Grund gänzlich ab. «Wir können uns diesen Ausbau nicht leisten», betonte Peter Fahrni. Zudem liessen sich auch mit einfacheren Massnahmen Verbesserungen erzielen. Die 780'000 Franken könnten sinnvoller ausgegeben werden, zum Beispiel für eine Klimaanlage im KKT. Auch die CVP und einzelne Mitglieder der Grünen waren gegen den Kredit, obschon sie das Projekt als sinnvoll beurteilten. «Der Kuchen lässt sich aber nicht zweimal teilen», sagte Thomas Hiltpold (Grüne) mit Blick auf die knappen Finanzen. Er kritisierte zudem, dass ein Gesamtüberblick über die Ausgaben des Tiefbauamtes fehle. Konrad Hädener (CVP) wies ebenfalls auf die «immer grösser werdende Finanzierungslücke» hin. «Seestrasse fit machen»FDP und EVP waren sich jedoch einig, dass die Seestrasse jetzt ausgebaut werden müsse. «Im Schadaugebiet gibt es grosse Entwicklungen, wir müssen nun auch die Seestrasse fit machen», meinte Hanspeter Aellig (FDP). Zur Verbesserung der Sicherheit brauche es die angestrebte Verkehrsentflechtung, ergänzte Jürg Dellenbach (EVP). «Projekt ist nötig»Gemeinderätin Jolanda Moser (FDP) fand, dass mit einem Verzicht auf den Ausbau der Seestrasse am falschen Ort gespart werde. Sie wehrte sich auch gegen die Vorwürfe, dass ein Gesamtüberblick fehle. Bauliche Massnahmen für die Seestrasse und die Frutigenstrasse seien aufeinander abgestimmt. Zudem seien die Kosten für die diversen Projekte des Tiefbauamts jeweils im Investitionsplan für die nächsten vier Jahre aufgelistet. «Dieses Projekt ist nötig», unterstrich Moser. Mit Erfolg: Schliesslich genehmigte der Rat den Kredit mit 18 zu 15 Stimmen bei zwei Enthaltungen.

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