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«Nach wie vor offene Rechnungen»

Trotz düsteren Prognosen im letzten Winter sieht der Verwaltungsrat der Freizeit- und Sportanlage Adelboden AG optimistisch nach vorn. Die Geschäftsleitung weiss, wo Nachholbedarf besteht, und hat einige Überraschungen auf Lager.

Die Wolken haben sich noch nicht ganz verzogen. Der Verwaltungsrat der Freizeit- und Sportarena in Adelboden blickt wieder optimistischer in die Zukunft. Gegenwärtig wird ein kundenfreundlicheres Konzept erarbeitet.
Die Wolken haben sich noch nicht ganz verzogen. Der Verwaltungsrat der Freizeit- und Sportarena in Adelboden blickt wieder optimistischer in die Zukunft. Gegenwärtig wird ein kundenfreundlicheres Konzept erarbeitet.
Corina Kobi

Nach der ausserordentlichen Generalversammlung vom 27.Januar erhielt der Verwaltungsrat den Auftrag, nach Lösungen zu suchen, um den Schuldenberg abzubauen. Für Betriebsleiter Adrian Haueter sieht die Situation nach Ablauf des ersten vollen Geschäftsjahres per Ende Juni ein bisschen einfacher aus. «Im Allgemeinen bin ich mit dem Geschäftsverlauf zufrieden», meint er und beleuchtet die einzelnen Zweige der Freizeit- und Sportarena.

Mehr Auslastung in Sicht

«Beim Curlingbetrieb ist nicht alles zur Zufriedenheit verlaufen, doch im Sommer und im Herbst werden wir mehr Auslastung haben.» Adelboden biete eine von insgesamt drei Curlinghallen an, die zurzeit geöffnet sind. «Massgebend für die nicht optimale Benützung ist nach meiner Meinung der fehlende Bekanntheitsgrad. Ausserdem entsprach die Eisqualität noch nicht unseren Erwartungen, was durch eine neue zusätzliche Wasserbearbeitungsanlage und grossen Einsatz unserer Eismeister verbessert wurde», erklärt Haueter. «Bereits anlässlich der Mixed-Schweizer-Meisterschaft vom 16. bis 18.März hörten wir von den Teilnehmenden nur anerkennende Worte.»

Biel spielt gegen KHL-Team

Dagegen sei die Auslastung in der Eishalle sehr gut. «Die Eisfläche ist seit dem 13.Juni für die Schlittschuhläufer geöffnet, und einige Hockey- und Eiskunstlaufteams nähmen die Gelegenheit wahr, Trainingseinheiten zu absolvieren.» Adrian Haueter weist auf sehr gute Sportler aus dem Ausland hin, welche die Adelbodner Anlage für ihre Saisonvorbereitungen benützt haben und noch kommen werden. «Vom 13.Juni bis gestern waren russische Nachwuchseiskunstläufer vom Zentralen Sportklub der Armee Moskau zu bewundern.» Ab dem 11.August steht das noch nicht lange bestehende tschechische Eishockeyteam HC LEV Prag im Hockeyrink, das in der europäischen Topliga KHL (Kontinental Hockey League) mitspielt und darum zu den europäischen Topmannschaften zu zählen ist. Um das Training dieser Mannschaft zu bereichern, wird für elf Tage in der alten Curlinghalle extra ein Kraftraum eingerichtet. Dieser Spitzenclub wird am 20.August ein Testspiel gegen den EHC Biel bestreiten.

Arena bringt Wertschöpfung

Anders sieht es in der Bowlinghalle und beim Klettern und Bouldern aus. «Diese Freizeitbeschäftigungen werden hauptsächlich bei schlechten Witterungsverhältnissen praktiziert», zeigt Haueter auf ein Problem. «Die Bowlingbahnen in Spiez und Thun wurden mehr oder weniger gleichzeitig mit den unsrigen eröffnet. Der Einfluss dieser Anlagen kann darum nicht direkt beurteilt werden.» Damit in Zukunft mehr Einheimische angezogen werden können, wird von Juni bis Oktober eine Meisterschaft ausgetragen.

Zukünftig besser vermarkten

Neben der Kletterhalle habe sich der Boulderraum als sehr wertvoll für Familien und Kinder gezeigt. «Die Mitarbeit der Alpinschule sorgte für Sicherheit, und wir mussten noch keinen Unfall registrieren», zieht der Geschäftsführer ein positives Fazit, muss aber betreffend Gastwirtschaftsbetrieb einflechten, «dass dieser von der Benützung des Sport- und Freizeitangebotes abhängig ist und kaum externe Besucher registriert werden können». Das Restaurantkonzept werde neu überdacht, und es stehe sicher eine Anpassung der Menüangebote bevor. «Wir haben eingesehen, dass das Bowling und das Klettern zukünftig besser vermarktet werden müssen», so Haueter. «Die Anlage erbringt für den Ort durch 25 Eishockeytrainingslager und zwei mehrwöchige Eiskunstlaufcamps im Sommer und daraus entstehende Hotelübernachtungen eine grosse Wertschöpfung. Nicht nur die einheimischen, sondern auch die auswärtigen und ausländischen Klubs profitieren sportlich davon.»

Warten auf Jahresabschluss

Noch keine klaren Zahlen kann Thomas Burn, Verwaltungsratspräsident der Freizeit- und Sportarena AG, vermelden. Der Abschluss des ersten vollen Geschäftsjahres wird per 30.Juni erstellt, und die Fakten können erst nach der Prüfung durch die Revisionsstelle bekannt gegeben werden. Für Burn ist zurzeit nur eines sicher: «Der Stand ist immer noch ähnlich wie jener, der Ende Januar den Aktionären vermeldet worden ist. Es bestehen nach wie vor offene Rechnungen, und mit den Gläubigern wird über einen Schuldenabbau verhandelt.» Die ausstehenden Arbeiten mit Kosten in Höhe von 300'000 Franken seien nochmals zurückgestellt worden. «Den restlichen Anteil von 400'000 Franken hätten wir mit einem WIR-Kredit abbauen können. Mit der Erhöhung der Darlehen ist der Finanzaufwand aber wieder in eine kritische Höhe angestiegen», bedauert Burn.

Der Präsident des Verwaltungsrates schaut trotzdem optimistisch in die nähere Zukunft. «Wenn die Jahresabrechnung definitiv ist, wird diese präsentiert. Aus den gemachten Erfahrungen lernen wir und wissen, welche Fehler wir vermeiden können. Somit kann ein Finanzplan für die nächsten Jahre erstellt werden.»

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