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Millionenforderung bei Gönnern abgeblitzt

Die Gönner der Paraplegiker-Stiftung schlossen die Akte Fuhrenmatte. Und wehrten sich auch gegen weitere Forderungen.

Die Umfahrung West in Grindelwald mit Bahntrasseunterführung.
Die Umfahrung West in Grindelwald mit Bahntrasseunterführung.
Fritz Lehmann

Als Präsident der Gönnervereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung konnte Rollstuhlsportler Heinz Frei gestern in Nottwil LU den Abschluss der Altlast Fuhrenmatte verkünden. Rund 4,5 Millionen Franken gehen in die Kasse zurück, 2,4 Millionen Darlehen und rund 3 Millionen Zinsen gehen verloren, wie Finanzchef Pius Bernet erklärte. Der Verlust hätte aber höher sein können. Zeitweise mussten die Gönner fürchten, keinen Rappen mehr zurückzuerhalten. Jetzt gab es Geld von der Firma Swiss Alp Resort AG.

Eine weitere Forderung

Eine treibende Kraft hinter der Rückzahlungsforderung war Werner Steuri aus Steffisburg. Dieser stellte an der Versammlung aber den Antrag, dass die Gemeinde Grindelwald der Vereinigung weitere 4 Millionen Franken zurückzahlen solle. Der Grindelwalder begründete seinen Antrag damit, dass die sogenannte West-Umfahrung vor Jahren widerrechtlich mit Geldern aus der Paraplegiker-Stiftung realisiert worden sei. Dies zur Erschliessung des Fuhrenmatte-Areals gleich beim Bahnhof Grindelwald. Die Gönner lehnten den Antrag jedoch ab.

Rollstuhlgängiges Hotel

1997 trat der Gründer der Paraplegiker-Stiftung Guido A.Zäch erstmals als Investor in Erscheinung. Nach seiner Vision sollte auf der Fuhrenmatte ein rollstuhlgängiges Hotel mit 300 Betten entstehen, dazu Geschäfte, Praxen und Luxuswohnungen. Das Investitionsvolumen hätte damals 80 Millionen Franken betragen. Die Fuhrenmatte AG, eine Tochter der Stiftung, erhielt aus Spendengeldern ein Darlehen von 6,9 Millionen Franken für den Landkauf, die Planung und den Bau einer Erschliessungsstrasse. Eben, um die Umfahrung West zu realisieren. Was auch geschah, denn an der ersten Gemeindeversammlung 1999 sprachen sich die Stimmbürger für das Projekt aus.

Angezeigt und verurteilt

Nachdem eine Strafanzeige wegen Missbrauch von Spendengeldern eingereicht worden war, zog Zäch sein Hotelprojekt noch im selben Jahr zurück. Er wurde März 2007 wegen Veruntreuung von Spendengeldern zu 16 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt.

In den folgenden Jahren suchte die Gemeinde Alternativen, politische Querelen brachten die Fuhrenmatte immer wieder in die Schlagzeilen. Die Stiftung verkaufte die Fuhrenmatt AG an eine Baufirma und das benachbarte Hotel Schweizerhof.

Später realisierte die Firma Implenia das Swiss Alp Resort neben dem Hotel Schweizerhof. Ein 30-Millionen-Projekt mit hotelbewirtschafteten Wohnungen. Mittlerweile ist die erste Tranche der Überbauung realisiert und verkauft. Und die Gönnervereinigung sah eine Chance, einen Teil ihres Darlehens zurückzuholen und sich eine Gewinnbeteiligung zu sichern. 2 Millionen Franken seien nun zurückbezahlt, informierte Heinz Frei gestern.

Bis vors Bundesgericht

Werner Steuri erhob mit einer weiteren Partei Beschwerde gegen den Neubau des Hotels Schweizerhof im Gebiet Fuhrenmatte. Damit wollte man eine nachträgliche Baupublikation erwirken. Das Bundesgericht lehnte 2007 die Beschwerde ab.

Noch immer ist ein Teil der Fuhrenmatte nicht überbaut. Im Dezember 2008 stimmten die Einwohner einer Überbauungsordnung mit Zonenplanänderung zu.

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