Zum Hauptinhalt springen

Lastwagenfahrer ist schuldig

Das Obergericht hat gestern den Schuldspruch des Thuner Kreisgerichts wegen fahrlässiger Tötung bestätigt: Der Lastwagenfahrer, der 2005 in Steffisburg eine alte Frau überfuhr, hätte besser aufpassen müssen, so das Gericht.

Vor vier Jahren fuhr ein heute 37-jähriger Lastwagenfahrer zu einem Kunden in Steffisburg. Als er wieder losfuhr, kam eine 85-jährige Frau an ihrem Rollator von rechts und ging auf dem Trottoir vorn am Lastwagen vorbei. Der Angeschuldigte sah sie nicht und fuhr sie an. Die Frau verletzte sich am Kopf.

Im Spital Thun schickten die Ärzte die Frau nach einigen Stunden wieder nach Hause, weil sie keinerlei Anzeichen auf eine Gehirnerschütterung aufzuweisen schien. Kurz darauf wurde die Frau wieder eingeliefert, weil sie über starke Schmerzen klagte. Diesmal erstellten die Ärzte ein Computertomogramm (CT) und entdeckten dabei eine Hirnblutung. Operiert wurde sie nicht. Nach einer Woche wurde die alte Frau in ein Pflegeheim entlassen. Einige Tage später wurde sie ein drittes Mal ins Thuner Spital eingeliefert. Dort sah man, dass es zu einer weiteren Hirnblutung gekommen war. Wieder verzichteten die Ärzte auf die OP. Zwölf Tage nach dem Unfall starb die alte Frau schliesslich.

Der Lastwagenfahrer aus dem Gürbetal wurde vom Thuner Kreisgericht vergangenen April wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen und erhielt dafür eine bedingte Geldstrafe von 14 Tagessätzen à 50 Franken, sowie eine Busse von 500 Franken. Er und auch die Staatsanwaltschaft appellierten gegen dieses Urteil und landeten gestern vor dem Obergericht.

«Ein Zeuge und das Opfer selbst sagten aus, dass der Angeschuldigte auf den Lastwagen zulief, reinsprang und sofort losfuhr», so die Oberrichter. «Wäre er aufmerksam gewesen, hätte er das Opfer von der Seite her kommen sehen können», sagten die Richter. Ausserdem sei kein Fehlverhalten des Spitals ersichtlich. Das Obergericht bestätigte den Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung, erhöhte jedoch die bedingte Strafe auf 40 Tagessätze à 50 Franken, also total 2000 Franken. Zudem muss der Lastwagenfahrer die Verfahrenskosten von über 9000 Franken übernehmen.

TT/nsb

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch