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Kadettenhauptmann Lisa steht ihren Mann

Auf die Kadetten warten die drei schönsten und intensivsten Tage im Jahr. Hauptmann Lisa Arnet, die die Truppe führen wird, lässt sich dadurch nicht nervös machen. Sie geht ihre Aufgabe mit grosser Lockerheit an.

Sie verbindet Führungsstärke mit Lockerheit: Hauptmann Lisa Arnet (im Garten ihres Elternhauses) führt die Thuner Kadetten durch den Ausschiesset 2009. An den Kadetten gefällt der 15-Jährigen unter anderem die grosse Vielfalt an verschiedenen Sportarten.
Sie verbindet Führungsstärke mit Lockerheit: Hauptmann Lisa Arnet (im Garten ihres Elternhauses) führt die Thuner Kadetten durch den Ausschiesset 2009. An den Kadetten gefällt der 15-Jährigen unter anderem die grosse Vielfalt an verschiedenen Sportarten.
Gabriel Berger

Ob es wohl daran liegt, dass ihr Vorgänger aus dem Jahr 2008, Simon Wenigerkind, gleich im Haus nebenan wohnt? Tatsache ist, dass der diesjährige Kadettenhauptmann Lisa Arnet wenige Tage vor Beginn des Ausschiessets grosse Gelassenheit und Souveränität ausstrahlt. «Ich bin eigentlich gar nicht nervös. Im Gegenteil: Es ist mir eine grosse Ehre, die Kadetten anführen zu dürfen», meint Arnet und fügt schmunzelnd an: «Vor einer Menge Leute zu stehen und eine Rede zu halten, wie ich es am Dienstag tun werde, konnte ich ja bereits an der OHA-Eröffnung üben.»

Stolz, Hauptmann zu sein

Kadett zu sein, hat in der Familie Arnet Tradition. Schon Lisas Vater gehörte der Truppe an. Während die ältere Generation Klarinette spielte, wählte die heute 15-Jährige in der 3.Klasse das Trommeln. Zwei Jahre später startete sie dann ihre sportliche Kadettenlaufbahn. «Es gefällt mir, dass ich hier so viele verschiedene Sportarten ausprobieren kann, die ich sonst womöglich nie kennen gelernt hätte», meint sie und spricht damit beispielsweise das Schiessen in der Guntelsey an.

Im vergangenen März wurde Arnet von Korpsleiter Urs Balmer zum Hauptmann chargiert. Sie habe sich riesig über die Auszeichnung gefreut und sei auch dementsprechend stolz gewesen. Zu ihren Aufgaben gehören seither das Organisieren von Anlässen, die Vorbildfunktion gegenüber den anderen Kadetten sowie in erster Linie natürlich das Führen des obersten Jahrgangs. Die Doppelbelastung Schule und Kadetten ist in Arnets Augen absolut kein Problem. Doch was sagt die 15-Jährige dazu, dass sie als Frau Hauptmann genannt wird? «Ich finde das überhaupt nicht merkwürdig. Schliesslich ist es ja nur die Bezeichnung des Rangs, und es ist schön, dass diese Tradition bewahrt bleibt», sagt sie. Dafür, dass in ihrem Jahrgang weitaus mehr Mädchen als Knaben mitmachen, hat sie eine einfache Erklärung. Wie sie in ihrer eigenen Klasse festgestellt habe, würden Jungs weitaus häufiger in Fussballklubs oder andere Sportvereine eintreten. «Da bleibt für die Kadetten leider keine Zeit mehr.»

Matura als nächstes Ziel

Nicht mehr viel Kadettenzeit bleibt auch Lisa Arnet. Nach dem Ausschiesset-Ball am nächsten Dienstag geht dieser Lebensabschnitt zu Ende. Das letzte halbe Jahr sei extrem schnell an ihr vorbeigezogen, daher werde am Dienstag sicher etwas Wehmut mitschwingen. «Die Aktivitäten und das regelmässige Treffen meiner Kollegen werden mir fehlen. Ich habe in der Truppe viel für mein späteres Leben – zum Beispiel Anstand, Respekt und Leistung – gelernt», bilanziert Arnet, die im Schulhaus Progymatte die Quarta-Klasse besucht. Ihr nächstes grosses Ziel ist nun die Matura, die sie im Gymnasium Seefeld mit Schwerpunktfach «Bildnerisches Gestalten» erreichen will. Als Berufswunsch schwebt Lisa Arnet «etwas mit Sprachen» vor. Da werden ihr die Reden als Kadettenhauptmann vielleicht wieder zugute kommen.

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