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Hier wollen drei Firmen gemeinsam bauen

Im Gwatt-Schoren-Quartier entsteht eine neue Grossüberbauung. Die Post, die Gafner Immobilien AG und die Inducta AG reichen ein gemeinsames Baugesuch ein. Das neue Areal der drei Firmen wird rund 1400 Quadratmeter umfassen.

Diese  Wiese zwischen Zwetschgenweg, Bahnlinie und Coop-Verteilzentrum (rotes Gebäude) wird überbaut: Entstehen sollen hier bis 2014 drei Industriegebäude.
Diese Wiese zwischen Zwetschgenweg, Bahnlinie und Coop-Verteilzentrum (rotes Gebäude) wird überbaut: Entstehen sollen hier bis 2014 drei Industriegebäude.
Patric Spahni
Das Gebäude der Firma Gafner.
Das Gebäude der Firma Gafner.
zvg Stadt Thun
Die Uhrenfabrik Inducta.
Die Uhrenfabrik Inducta.
zvg Stadt Thun
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Nachdem das neue Firmengebäude von Meyer Burger im Gwatt-Schoren-Quartier fast fertig ist, entsteht in unmittelbarer Nähe ein neues Grossprojekt. Südlich des Coop-Verteilzentrums und nördlich des Zwetschgenwegs wollen gleich drei Firmen bauen. «Das Baugesuch wird diese Woche eingereicht», bestätigte der städtische Informationsbeauftragte Jürg Alder Recherchen dieser Zeitung. Die Baugesuche für die Erschliessungsstrasse sowie für die Gewerbebauten werden voraussichtlich im Juli auf dem Regierungsstatt-halteramt öffentlich aufgelegt. Auf einem rund 14000 Quadratmeter grossen Areal planen gleich drei Firmen ihre Neu- und Ausbauprojekte. Die Inducta AG, die heute an der Gwattstrasse ansässig ist (vgl. Text unten), will einen neuen Firmensitz erstellen, die Schweizerische Post ein neues Paketum-schlagzentrum als Ersatz für den Standort Rosenau und die Gafner Immobilien AG ein Containerlager.

Investitionen von 10 Millionen

Bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 10 Millionen Franken werden hier dereinst insgesamt rund 135 Arbeitsplätze angesiedelt. Das Areal, das eine der letzten grossen Baulandreserven für Arbeitsnutzungen in Thun ist, gehört der Gafner Immobilien AG. Ein Drittel des Grundstücks hat sie nun an die Wittwer-Bär Immobilien AG verkauft, ein Drittel tritt sie im Baurecht an die Post ab, und den Rest braucht sie für eigene Bedürfnisse.

Post ordnet Paketdienst neu

«Die gute Verkehrserschliessung im Hinblick auf die Verteilung der Paketpost in die Quartiere ist für uns einer der wichtigsten Gründe für die Verlegung unseres heutigen Paketzentrums», sagte Karl Klaus, bei der Post Leiter Services-Immobilien, Bau Projektmanagement Region Mitte. Heute werden die Päckli in der Rosenau nahe des Thuner Bahnhofs verarbeitet. Beim Güterbahnhof befindet sich ein weiterer Umschlagplatz für Paketfrachten. «Am neuen Standort können wir den Paketdienst zusammenlegen und ihn effizienter abwickeln», ergänzte Pressesprecher Oliver Flüeler. Heute führen die meisten der täglich rund 170 Fahrten über den oft verstopften Thuner Bahnhofplatz. Am Standort Rosenau wird damit künftig nur noch die Briefverteilung für die Region Thun erfolgen. «Wir schauen nun, ob es mit dem Auszug der Paketpost freie Flächen gibt, die neu genutzt werden können», sagte Flüeler. Die rund 80 Arbeitsplätze im Paketdienst sollen erhalten bleiben.

Uhrenfabrik erstellt Neubau

Das zweite Bauprojekt stammt von der Thuner Uhrenfirma Inducta AG. «Wir brauchen dringend mehr Platz und möchten noch dieses Jahr mit dem Bau beginnen», sagte Michael Meyer, CEO und Verwaltungsratspräsident. Konkret möchte Inducta bis Ende 2012 das Kellergeschoss als Lagerraum nutzen können. Im Frühling 2013 solle dann das ganze Gebäude bezugsbereit sein. Mit dem Umzug von der Gwattstrasse ins Schoren-Quartier wird das heutige Betriebsgelände frei für eine neue Nutzung. Da das Areal in der Wohnzone W2 liegt, ist laut Meyer eine Wohnüberbauung geplant. Durch die Lage direkt neben dem Campingplatz mit Sicht auf den Thunersee dürfte nach Ansicht Meyers die Nachfrage gross sein.

Containerlager für Gafner

Der dritte Bauinteressent ist Landbesitzer Urs Gafner, Geschäftsführer und Inhaber der Gafner Transporte AG. Gafner, der erst letztes Jahr die Feldschlössli-Liegenschaft auf der Rösslimatte übernommen hatte, braucht mehr Platz für die Lagerung von Schiffscontainern. Mit diesem Ausbau würden etwa 10 neue Arbeitsplätze geschaffen. Sein Projekt werde aber erst 2014 als letztes der drei Teilprojekte realisiert. Nach der Firma Inducta würde die Post nächstes Jahr mit dem Bau beginnen.

Da das Terrain, wie der noch unüberbaute Wirtschaftspark Schoren, in einer Zone mit Planungspflicht (ZPP) liegt, schaltete sich die Stadt in die Planung ein. Gemäss Markus Däppen, dem Beauftragten für Städtebau, ging es darum, die Qualität der Überbauung mit einem entsprechenden Verfahren sicherzustellen. In einem sogenannten Gutachterverfahren mit mehreren Workshops unter der Federführung des Planungsamtes und unter Einbezug von Experten erarbeitete das Büro Viktor Burri AG Architekten, Thun, im Vorfeld des Baugesuchs ein Gesamtkonzept. Es sieht im Wesentlichen zwei frei stehende Baukörper vor: einen für die Inducta AG und einen zweiten für die Post. Dieser ist unmittelbar an das Lager der Gafner Transporte AG angefügt. Dazwischen liegt eine grössere freie Fläche für das Andocken und Beladen der Post-Lastwagen. Der südlich des Areals gelegene Zwetschgenweg, ein viel benutzter Schulweg, erhält mehr Freiraum und eine parallel verlaufende Baumreihe. «Dieses qualitätssichernde Verfahren erlebten wir drei Bauherren als einen Prozess, der uns half, unsere Projekte letztlich effizienter zu planen und zu realisieren», sagt Urs Gafner.

Die Erschliessung der Gewerbeüberbauung wird nicht dieselbe sein wie für den südlich gelegenen Wirtschaftspark Schoren. Sie erfolgt von Norden her über den geplanten neuen Kreisel C.-F.-L. Lohner-Strasse und Bubenbergstrasse. «So wird das Schorendorf nicht zusätzlich belastet», begründet dies Gemeinderätin Marianne Dumermuth (SP), Vorsteherin der Direktion Stadtentwicklung.

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