Gewitterschäden werden mit grossem Gerät aufgeräumt

Oberland

Nach den Gewittern laufen nun die Aufräumarbeiten. Die Gebäudeversicherung schätzt den Schaden auf eine Million Franken.

Bruno Petroni

Nach den starken Unwettern hat sich die Lage im Oberland beruhigt. In der schwer betroffenen Region Stockental haben die Aufräumarbeiten begonnen. «Wir befreien den Geschiebesammler mit schwerem Gerät von Schlamm und Geröll. Der andere Sammler im Rubigraben ist zwar nicht ganz voll, aber auch dort wartet viel Arbeit auf uns», sagt Markus Heger. Der Präsident der Schwellenkorporation Fallbach schätzt den entstandenen Schaden auf mehrere hunderttausend Franken. Der Zivilschutz ist mit über zwei Dutzend Mann im Einsatz, die Schwellenkorporation Fallbach mit fünf Arbeitskräften. Mit Hilfe von Wasserbauingenieuren des Kantons wird in den kommenden Tagen geprüft, welche Objekte einen verstärkten Hochwasserschutz erfahren müssen. «Aber sicher ist, dass die Wiederinstandstellungsarbeiten uns noch wochenlang beschäftigen werden», sagt Heger.Ebenfalls arg in Mitleidenschaft gezogen wurde die Alp Oltscheren zwischen der Axalp und der Schwarzwaldalp. «Bei einem erneuten Gewitter am Sonntagabend hat es die Alpweiden wieder überflutet. Der Oltschibach wird sicher noch einige Tage braun daherkommen», sagt Alpschaftspräsident Hans Schild-Santschi. Der entstandene Schaden dürfte im sechsstelligen Bereich liegen. Ein Bagger entfernt die Geröllmassen. Entspannung in SpiezEntspannt hat sich die Situation beim Mehrfamilienhaus an der Neumattstrasse in Spiez, das am Samstag von den Fluten heimgesucht worden war. Roland Kurzo, Pikettzugschef der Feuerwehr Spiez: «Ausser dem kaputten Personenlift hat sich die Lage normalisiert, die Keller sind weitgehend abgetrocknet.»Auch der Wanderweg am Spissbach zwischen Lauterbrunnen und Trümmelbach, der wegen Hochwassers mit Geschiebeablagerungen versperrt worden war, ist seit gestern Mittag wieder begehbar. Der Lauterbrunner Gemeindepräsident Peter Wälchli dazu: «Die Dammerhöhung, die wir am Spissbach nach dem Hochwasser vor vier Jahren vorgenommen haben, hat sich ausbezahlt.» In Grindelwald stand die Feuerwehr mit 20 Mann beim Sportzentrum im Einsatz. Dort wurden diverse Räume überflutet: «Die Eisbahn wurde zum Glück verschont, das hätte teuer werden können», sagte Feuerwehrkommandant Thomas Wolf auf Anfrage. Auch das Hotel Alpenhof sei in Mitleidenschaft gezogen worden sowie verschiedene Keller in den Gebieten Kirchbühl, Terrassenweg, Faulensee sowie eine Einstellhalle an der Haifmatte. Auch in der Lenk gab es Schäden: Der Gemeinderat teilte mit, dass im Gebiet Flösch/Aegerten Bäche über die Ufer traten. Die Murgänge im Gebiet Aegerten beschädigten 20 Gebäude.Schadenhöhe eine MillionDie Gebäudeversicherung des Kantons Bern (GVB) hat rund hundert Schadenmeldungen entgegengenommen. «Die Schadenhöhe dürfte bei gegen einer Million Franken liegen», sagt GVB-Sprecherin Rahel Rohrer. Betroffen seien vor allem die Gebiete Langnau, Spiez, Stockental und Axalp. Der Verkehr wurde von den Unwettern wenig beeinträchtigt: «Wir stellten keine Einschränkungen fest», sagt Bruno Burkhard, Strasseninspektor Oberland Ost. Sein Thuner Amtskollege Andreas Müller meint: «Seit Samstagnachmittag ist die Stockentalstrasse wieder offen.» Ob das Unwetter mit dem Steinschlag in Zusammenhang steht, der am Sonntag im Krattiggraben westlich von Leissigen zu einem Unterbruch der BLS-Linie geführt hat, wird noch abgeklärt.

Berner Oberländer

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