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Gemeinde zahlt Brückensanierung selbst

Die morsche Holzbrücke über dem Allmendschwandgraben in Schwanden ist fertig saniert. Sie besteht jetzt aus Beton. Rund 673'000 Franken sind verbaut worden. Die Gemeinde muss die Sanierung selbst zahlen.

Neu in Beton: Die Allmendschwandgrabenbrücke in Schwanden ist fertig saniert.
Neu in Beton: Die Allmendschwandgrabenbrücke in Schwanden ist fertig saniert.
Christoph Kummer

Einst morsches Holz, jetzt stabiler Beton: Die Brücke über dem Allmendschwandgraben in Schwanden ist saniert. «Die Brücke selber ist fertig gebaut», bestätigt Reto Gerber, Bausekretär der Gemeinde Sigriswil. «Jetzt stehen noch Detailarbeiten an, so muss der Deckbelag eingebaut werden.» Dies soll im Sommer geschehen. Früher sei es wegen der Temperaturen nicht möglich. Die Holzabstützungen müssen auch noch entfernt werden. Die Brücke, die unter anderem zum Skilift führt, ist aber bereits befahrbar. Nun auch wieder für Wagen mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen. Eins sei sicher: Diese Brücke halte deutlich länger als ihr Vorgänger, so Gerber. Amstutz in der KritikMit der Sanierung der Allmendschwandgrabenbrücke endet ein kostspieliges und nervenaufreibendes Kapitel für die Gemeinde. 1997 aus Holz erstellt, war die Konstruktion bereits nach zehn Jahren morsch. Schuld war der Fahrbahnbelag. «Durch Risse rann Wasser ins Holz», sagt Gerber. Pilze griffen das Baumaterial an, die Brücke musste mit Baumstämmen und Stahlplatten stabilisiert werden (wir berichteten mehrmals). Kritisiert wurden die Erbauer und Planer und auch die Gemeinde. Hans Boss und Adrian Amstutz, damals Gemeindepräsident und Gemeinderatspräsident, hatten sich für die Holzvariante starkgemacht – entgegen einigen kritischen Stimmen. Boss’ Firma, die Holz Boss AG in Thun und Sigriswil, wurde für den Bau engagiert. Die Planung übernahm die Bächtold&Moor AG in Thun. Auch bei der Planung und Bewirtschaftung sollen Fehler passiert sein: Warum wurde kein Dach als Wetterschutz erstellt, wie es bei Holzbrücken üblich ist? Warum wurde der durchlässige Belag nicht richtig geflickt? Zwei Mal deutliches JaDie Holzbrücke schlug mit 348'000 Franken zu Buche. Die Gemeindeversammlung genehmigte 1996 den Kredit einstimmig. An der GV im letzten Jahr wurden die Stimmbürger um den Kredit für den Neubau gebeten: Diesmal waren es 325'000 Franken. Die Sigriswiler mussten in den sauren Apfel beissen und segneten den Kredit mit einem deutlichen Mehr ab. Ob die Kosten diesen überschreiten, ist offen: «Da die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind, kann ich keine konkrete Zahl nennen», sagt Reto Gerber. Geht man von der Höhe der Kredite aus, kostete die Brücke rund 673'000 Franken. Kein Beitrag an NeubauWer bezahlts? «Die Gemeinde zahlt die Sanierung», sagt der für Hoch- und Tiefbau zuständige Gemeinderat Alfred Santschi (SVP). An der letzten GV war die Rede davon, dass sich Erbauer und Planer der gescheiterten Holzvariante moralisch verpflichtet fühlten, den Neubau mitzufinanzieren. «Wir haben die Notabstützungen erstellt und werden die Abstützung und Tragkonstruktion abbauen und entsorgen, ohne sie in Rechnung zu stellen», sagt Hans Boss. «Das ist unser Beitrag.» Auch die Planer von der Bächtold&Moor AG werden an den Neubau selbst nichts zahlen. «Wir haben im Vorfeld der Sanierung Leistungen von über 20'000 Franken für Variantenstudien und Kostenschätzungen erbracht, die der Gemeinde nicht verrechnet wurden», sagt Markus Meer von der Geschäftsleitung. «Ausserdem hätten wir weitere unentgeltliche Arbeiten geleistet, wenn wir mit der Sanierung der Brücke beauftragt worden wären.» Der Auftrag wurde an ein anderes Büro vergeben.

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